Verbindung gekappt: Anwohner sauer über Sperrung der Brücke am Wendts Weg
Wütend, sauer und auf Zinne: Einige der Anwohner an der gesperrten Brücke am Wendts Weg. Foto: privat
Wütend, sauer und auf Zinne: Einige der Anwohner an der gesperrten Brücke am Wendts Weg. Foto: privat
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Verbindung gekappt: Anwohner sauer über Sperrung der Brücke am Wendts Weg

Neuland – Eine wichtige Verbindung in Neuland wurde gekappt: Seit mehr als zwei Monaten ist die Brücke am Wendts Weg in Neuland jetzt voll gesperrt. Sie ist eine der wenigen Nord-Süd-Verbindungen zwischen dem Neuländer Elbdeich im Norden und dem Fünfhausener Landweg im Süden.

Die Maßnahme führt im Alltag zu erheblichen Einschränkungen für Anwohner, Fußgänger und weitere Nutzer der Verbindung. Die Brücke ist eine zentrale Wegebeziehung im Quartier, gehört zum grünen Rundwanderweg und wird unter anderem auch als Schulweg genutzt.

Zusätzlich entsteht eine deutliche Mehrbelastung im Alltag: Teilweise müssen Mülltonnen nun nicht mehr etwa 90 Meter, sondern bis zu rund 600 Meter zum nächsten Abholort bewegt werden.

Auch im öffentlichen Nahverkehr zeigt sich die Auswirkung deutlich: Die Buslinie 149 ist aktuell faktisch nicht mehr sinnvoll erreichbar, da die gewohnte Verbindung über die Brücke entfällt und Umwege notwendig werden.

Die betroffenen Bewohner sind sauer: „Die Sperrung erfolgt nach unserer Wahrnehmung ohne ausreichende Vorabinformation sowie ohne erkennbare Hinweise zu Grund oder Dauer. Die Zuständigkeit für die Maßnahme ist uns derzeit nicht bekannt und wäre aus unserer Sicht ein wichtiger Klärungspunkt.“

„Wir verstehen, dass die Brücke aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste. Aber wir verstehen nicht, warum niemand mit uns spricht“, sagt etwa Robert Schulz. Und Frau Böttcher sagt: „"Ich bin diesen Weg selbst zur Schule gegangen. Jetzt müssen wir plötzlich alles neu organisieren. Mit drei kleinen Kindern, davon eines noch nicht einmal ein Jahr alt, ist das eine enorme zusätzliche Belastung."

Gisela Schuckmann meint: "Die Situation am herrenlosen Wendts Weg ist für uns als pflegebedürftige Senioren ohnehin nicht leicht. Der Bezirk ignoriert die Probleme seit Jahren. Jetzt nicht zu wissen, wie es mit der Brücke werden soll, macht mir große Angst."

Mittlerweile hat sich die Politik in das Thema eingeschaltet: „Senat, Bezirksamt und Landesbetrieb übertreffen sich beim Wendts Weg gegenseitig mit Ausreden und Ausflüchten. Statt die für die Anwohner missliche Situation zu lösen, werden diese im Unklaren und damit im Stich gelassen“, sagte Birgit Stöver von der CDU und betont: „Die gesamte Anwohnerkommunikation ist eine Katastrophe. Denn weder wurde ein konkreter Zeitplan für die Wiedereröffnung der Brücke genannt noch gibt es eine verbindliche Lösung für die Probleme bei der Müllentsorgung im nördlichen Abschnitt. Darunter leiden vor allem ältere und bewegungseingeschränkte Anwohner, die ihre Mülltonnen nun über mehrere hunderten Meter an das Südende des Wendts Weges schleppen sollen. Das ist herz- und rücksichtslos!“

Eine schnelle Lösung des Problems ist indes nicht in Sicht. Das ergab eine Anfrage bei der Behörde für Finanzen und Bezirke: „Dem Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) liegt ein Kurzgutachten zur Ersteinschätzung der Bauwerksschäden vor. Ziel der Untersuchung war insbesondere die Bewertung, ob eine vollständige oder teilweise Wiederfreigabe der Brücke möglich ist. Das Gutachten bestätigt erhebliche Schäden am Bauwerk. Eine Nutzung der Brücke ist derzeit weder für den Fahrzeug- noch für den Fußgängerverkehr gefahrlos möglich, so dass sie weiterhin gesperrt bleiben muss“, sagte Pressesprecherin Imme Mäder auf Anfrage von harburg-aktuell.

Außerdem sagte sie uns: „Ob eine Sanierung des bestehenden Bauwerks möglich ist oder ein Ersatzneubau erforderlich wird, kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. Hierfür sind weitere statische Untersuchungen und Materialprüfungen erforderlich. Die Prüfung möglicher Lösungen, einschließlich einer temporären Behelfslösung für den Fußgängerverkehr wird derzeit durchgeführt. Aufgrund des festgestellten Schadensbildes ist jedoch nicht von einer kurzfristigen Wiederherstellung der Nutzungsmöglichkeit auszugehen.“

Die Umleitungsempfehlung für Nutzer des Grünen Rings. Foto: cb