Emsen - Am Sonnabend, 29. August, ab 14 Uhr ist es wieder so weit: Seit nunmehr 34 Jahren wird der kleine Ort Emsen in der Gemeinde Rosengarten im Sommer einem Mekka für besondere Motorsport-Individualisten. Mit einem dreirädrigen Fahrzeug namens „Duo“ aus der ehemaligen DDR wird dort alljährlich der Grand Prix von Emsen ausgetragen.
Diese Duos wurden in der DDR für gehbehinderte Menschen gebaut. Basierend auf Bauteilen der Simson-Schwalbe wurden Fahrzeuge konstruiert, bei denen zwei Personen nebeneinander zwischen den Hinterrädern sitzen können deswegen der Name Duo. Das Vorderrad befindet sich mittig vorne am Fahrzeug. Im Originalzustand wurden Bremsen, Schaltung und Gas an der Lenkung montiert. Gebremst wird, indem die Lenkung nach vorne gedrückt wird.
Im Laufe der Jahre, als sich nach der deutschen Wiedervereinigung das Duo-Rennen in Emsen zur Kult-Veranstaltung entwickelte, wurden die meisten Fahrzeuge immer mehr für das Rennen umgestaltet. Das Dach wurde abgebaut, überflüssige Teile demontiert und auch bei der Schaltung und beim Gas haben einige Teilnehmer doch lieber wieder auf Fußpedale umgerüstet. Und all dies nur, um einige Runden auf der Emsener Rennpiste konkurrieren zu können,
Bei den Motoren gibt es sogar noch Neuteile und neue Motoren zu kaufen. Dies hängt schlicht mit dem deutschen Einigungsvertrag zusammen. Alle bis 1990 in der DDR zugelassenen Kleinkrafträder dürfen darin bis heute 60 km/h fahren. Das sorgt dafür, dass alte Fahrzeuge mit der alten Fahrgestellnummer neu aufgearbeitet werden und alles außer das Fahrgesell dann neu gemacht wird.
Defakto ist es dann ein neues Fahrzeug, das aber als vor 1990 zugelassen gilt und somit weiterhin 60km/h fahren darf. Von diesem Effekt profitiert auch der Duo-Club, so dass die Ersatzteil-Versorgung zumindest für die Motoren funktioniert. Bei Duo-Spezifischen Teilen muss dann eben improvisiert werden.
Für Überraschungen sorgt bei den Rennen vor allem der Wassergraben. Auch wenn der Fahrer nicht gleich mit seinem Duo darin stecken bleibt, kann in den Vergaser eindringendes Wasser für einen Ausfall während der folgenden Runde sorgen. So manches Mal werden die Motoren einzelner Fahrzeuge zusätzlich vom Staub der Rennpiste plötzlich lahmgelegt. Auch Positionskämpfe auf engem Raum und sogar gelegentliche leichte Kollisionen können den Rennverlauf immer wieder unvorhersehbar verändern.
Wenn ein Duo liegen bleibt, gibt es immer wieder begeisterte Fans und Angehörige des Fahrers, die nicht davor zurückschrecken, sogar in den Wassergraben zu springen, um ihren Favoriten beherzt wieder anzuschieben. Bei schlammigen Strecken sehen die Helfer dann meist genauso dreckig aus wie die Fahrer selbst.
Das Rennen findet wieder rund um das Dorfgemeinschaftshaus am Dibbersener Weg 12 in Emsen statt. Mit einem Parcours über einen kleinen Hügel, durch einen Wassergraben, eine Wiese und ein kleines Wäldchen ist für eine anspruchsvolle Strecke gesorgt.
Wichtig in der Vorbereitung für das Rennen ist auch immer wieder die sorgsame Kontrolle des „Renngeräts“. Es ist doch erstaunlich, wie viele Teile sich alleine durch Vibrationen lösen können. Selbst Verschraubungen von Vergasern oder auch Spulen in der Zündung haben sich schon gelockert. Schlecht, wenn solche Dinge dann im Rennen abfallen.
Jeder Fahrer absolviert je drei Vorläufe in immer anderer Zusammenstellung. Die besten sechs bis acht Fahrer kommen dann die Halbfinale. Aus dem Halbfinale kommen dann je zwei Fahrer ins Finale. Weitere Infos unter www.duoclub-emsen.de


