Am 29. Mai sollte eigentlich der Finaltag der Fußball-Amateure stattfinden. Dieses Turnier ist nicht nur für Amateurvereine in ganz Norddeutschland, sondern in der gesamten Bundesrepublik interessant. Schließlich qualifiziert sich der Sieger der jeweiligen Landespokal-Finals für die Teilnahme am DFB-Pokal in der nächsten Saison.

So attraktiv ist der DFB-Pokal für die Amateurteams aus ganz Deutschland

Der DFB-Pokal bietet Teams verschiedener Spielklassen die Möglichkeit, im nationalen Fußball an der Spitze mitzuspielen und auch gegen die Top-Teams wie Bayern München, den FC Schalke 04 oder Borussia Dortmund anzutreten. Für Spieler im Amateurbereich sind das traumhafte Aussichten und häufig einmalige Erlebnisse der Fußballkarriere.

Mit der Teilnahme an diesem Pokal geht viel Prestige einher, schließlich ist das mediale Interesse groß. Nicht nur die Fernsehsender reißen sich um die Berichterstattung über den DFB-Pokal, auch die Sportwettenanbieter buhlen um die Wettkunden, indem sie über einen seriösen Sportwettenbonus noch mehr Fans für das Wetten begeistern wollen. Denn jeder Fußballfan weiß - "Der Pokal schreibt seine eigenen Regeln". Ein Satz, der jedes Jahr aufs Neue zutrifft, wenn mal wieder ein Underdog gegen den haushohen Favoriten gewinnt.

Wird der Pokalwettbewerb abgebrochen? Am 4. Juni gibt es Klarheit

Aufgrund der aktuellen Situation gestaltet sich die Planung der gesamten Fußball-Saison im Jahr 2021 allerdings etwas schwieriger. Zuerst hatte der Fußball-Verband Schleswig-Holstein angekündigt, nicht am Finaltag der Amateure teilzunehmen, dann zog der Hamburger Fußball-Verband nach. Bis zum 04. Juni soll entschieden werden, ob der Pokalwettbewerb nicht sogar komplett abgebrochen wird, zu knapp ist das Timing für die Vereine.

Mitte September 2020 startete die erste Runde im Hamburger Landespokal. Doch kurz danach stoppte der Wettbewerb schon wieder aufgrund der sich zuspitzenden Situation, die den ganzen Winter über anhielt. So war es nach nur zwei Monaten und damit Mitte November soweit, dass die Saison offiziell unterbrochen wurde.

Ein reibungsloser Spielbetrieb ist für viele Teams nach wie vor nicht möglich

Anfang April dieses Jahres wurde darüber abgestimmt, den Landespokal ganz abzubrechen, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, ab wann wieder gespielt werden darf. Auch im Mai besteht darüber noch immer keine endgültige Klarheit, weshalb mehr und mehr Endspiele nun abgesagt werden. Der Trainingsbetrieb war für viele Mannschaften so stark eingeschränkt, dass ein reibungsloser Spielbetrieb weiterhin nicht möglich ist.

Auch die Organisatoren des Bremer Landespokal kündigten an, dass es Planänderungen geben wird und das Endspiel im Landespokal nicht wie geplant am 29. Mai stattfindet. Vier Runden des Wettbewerbs müssten bis Ende Mai noch ausgetragen werden, um das Endspiel planmäßig abzuhalten. Dieser Zeitraum ist für die Organisatoren zu knapp bemessen und die Menge der Spiele sei in der kurzen Zeit nicht realistisch umsetzbar.

Weniger Endspiele möglich?

Der Meldetermin für die Teilnahme am DFB-Pokal in der Saison 2021/2022 ist der 01. Juli. Die Landesverbände wollen versuchen, nach Möglichkeit die Endspiele stattfinden zu lassen, sodass auf spielerischem Wege ein Pokalsieger ermittelt werden kann. Sollte das zeitlich nicht gelingen, muss das Ergebnis rechnerisch entschieden werden.

Aktuell würde es im Herrenbereich den Regionalligisten FC Oberneuland zum Landespokalsieger machen, während bei den Frauen der ATS Buntentor den Vorteil hätte. Mit einem rechnerischen Sieg dürften aber die wenigsten Teams zufrieden sein. Letztlich geht es um das sportliche Kräftemessen, dass den Erfolg bringen soll. Dennoch: In der aktuellen Situation gibt es augenscheinlich kaum Alternativen. So bleibt es spannend, wie die Entscheidung um den Finaltag der Amateure ausgeht.

Schon jetzt fehlen einige wichtige Teams: Tendenz steigend

Normalerweise hätten am Finaltag der Amateure die Sieger von 21 Landesverbänden ermittelt werden sollen. Nachdem nun aber bereits einige Verbände abgesagt haben, sind es nach aktuellem Stand nur noch 18 Endspiele, da Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg die Teilnahme zurückzogen.

Dass es noch weniger Teams werden, ist durchaus realistisch, schließlich fehlt nach wie vor die Planungssicherheit für die nächsten Wochen. Die Tendenz lässt gerade aber zumindest wieder leichten Optimismus zu und die Hoffnung der Teams ist groß, dass es bald wieder richtig losgeht.

Der DFB setzt sich für den Amateur- und Breitensport ein

Zusammen mit den Regional- und Landesverbänden hat der DFB eine Petition gestartet, um eine schnellere Normalisierung des Amateur- und Breitensports anzustreben. Unter dem Motto "Draußen muss Drin sein" hofft man nun darauf, dass der Fußballbetrieb in ganz Deutschland wieder zügig zugelassen wird. Dies würde auch den Landespokalen zugutekommen. dl