Heimfeld - Es ist schon ein Pfund, wenn an der Spitze des Wirtschaftsvereins jemand steht, der unabhängig und ohne falsche Rücksicht Probleme beim Namen nennen kann. Das bekam Hamburgs Erster Bürgermeister und Präsident des Bundesrates, Dr. Peter Tschentscher, beim ehemaligen Herrenabend, der jetzt unter Wirtschaftsabend firmiert, im Privathotel Lindtner zu spüren. Denn mit Franziska Wedemann hat der Verein, in dem fast 300 Unternehmen aus dem Süden Hamburgs zusammengeschlossen sind, eine streitbare Chefin.

Die nahm angesichts der Krise bei gleichzeitig hoch gesteckten Zielen der Politik kein Blatt vor den Mund. Dabei kam Tschentscher noch gut weg. Seine Mitstreiter im Senat nicht. "Sie lassen gerade zu, daß einer Ihrer Assistenzärzte, noch dazu ein fachfremder Seiteneinsteiger gerade eine Therapie einsetzt, die noch nicht mal das Stadium der klinischen Forschung 1 durchlaufen hat. Versteht man die Verkehrswege als Adern, darf Ihr Assistenzarzt sehenden Auges einen Multiinfarkt herbeiführen", so Wedemann ganz offensichtlich in Richtung des Hamburger Verkehrssenators Dr. Anjes Tjarks, angesichts dessen autofeindlichen Kurses.

Wedemann bemängelte auch die Abschaltung von Europas modernsten Kohlkraftwerk Moorburg, mahnte die zügige Fertigstellung der A 26 Ost und die Köhlbrandquerung, die Ertüchtigung der S 32 im Süden und eine westliche S-Bahn Elbquerung an und machte auf die mittlerweile immer weiter fortschreitende Spaltung der Gesellschaft, mal mit einem Augenzwinkern, oft aber mit real existierenden Problemen, wie "Verbrenner gegen Elektro, Auto gegen Fahrrad, Kuh- gegen Hafermilch, Kern- gegen Windkraft, Kohle gegen Sonne, A 26 gegen Frösche, Wirtschaft gegen Bullerbü, Startups gegen Bestandsunternehmen, alt gegen jung, gendern oder nicht, reich gegen arm, Ottensen gegen den Rest der Welt", aufmerksam.

Was viele der knapp 300 Gäste enttäuschte: Tschentscher reagierte nicht, wie es viele von einem gut informierten, im Thema und hinter seinem Kurs stehenden Bürgermeister erwartet hätten. Tschentscher blieb bei seinem Manuskript, redete von Harburgs Geschichte oder davon das Hamburg mittlerweile den ökologischten Stahl herstellt, für den deutlich weniger CO2 gebraucht wird, der aber so teuer ist, dass er am Weltmarkt keine Chance hat, was bei vielen Gästen im besten Fall für ein Schmunzeln, bei anderen Zuhörern für Kopfschütteln sorgte.

Auch die Phrase "Wenn nicht wir, wer dann" in Hinblick auf die Vorreiterrolle Hamburgs, die die erste klimaneutrale Metropole Europas werden soll, lockte bei kühlen Rechnern bei einem Anteil Hamburgs von rund 0,02 Prozent an der Weltbevölkerung eher ein müdes Lächeln auf die Lippen.

Pluspunkt: Tschentscher nahm die Kritik an seinem Kurs gelassen und zeigte sich als charmanter Gast, der nicht nach einer kleinen Schamfrist wieder Richtung Hamburger Rathaus entschwand. Der Erste Bürgermeister nahm sich Zeit für Gespräche.

Die hatten auch die Gäste, bei denen Christoph Birkel, Initiator des Tempowerks, Punkte machte. Er spendierte nach dem gesetzten Essen die Getränke an der Bar. zv

Der Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi (SPD) und Sonja Hausmann vom Vorstand der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Foto: André Zand-Vakili

Birte Quitt, Bereichsvorständin Privat- und Firmenkunden. Der Haspa, Rita Herbers,Vorstandsmitglief der Hamburger Volksbank, Janina Rieke, Vorstandsmitglied der Sparkasse Lüneburg, Frank Brockmann, stellvertretender Vorstandssprecher der Haspa und Sonja H

Bezirksamtsleiter Sophie Fredenhagen im Gespräch mit Christoph Birkel, Initiator Tempowerk. Foto: André Zand-Vakili

Nicole Mente mit Gildekönig Borhen Bo Azzous, dem 1. Patron der Schützengilde, Ingo Mönke, und Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher. Foto: André Zand-Vakili

Die Bürgerschaftsabgeordnete Claudia Loss (SPD), Dr. Ralf Grote von der Technischen Universität und Unternehmerin Nicole Maack von Maack Feuerschutz. Foto: André Zand-Vakili

Thorsten (links) und Andreas Römer nehmen Ulrike Reese (Zehrer & Petersen) in ihre goldene Mitte. Foto: Christian Bittcher

Bürgermeister Peter Tschentscher trug sich auch in das Gästebuch des Privathotels Lindtner ein. Sehr zur Freude von Lindtner-Mitarbeiter Jan Jelen. Foto: Christian Bittcher

Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher im Gespräch mit dem Vorstand des Wirtschaftsvereins. Foto: André Zand-Vakili

Christoph Birkel, Initator des Tempowerks, und Mark Behr, Innovationsmanager im Tempowerk. Foto: André Zand-Vakili

Thorsten Hamel, Geschäftsführer beim Pflegeteam Hamel, die Bürgerschaftsabgeordnete Birgit Stöver (CDU) und Ellen Strassfeld von Mercedes-Benz.

TU-Professor Antreas Liese (links) im Gespräch mit Uwe Schneider (CDU). Foto: Christian Bittcher

Dagmar Overbeck vom Bezirksamt Harburg und ihr Mann und Architekt Jörg Overbeck.

Dr. Olaf Krüger von der süderelbe AG, und Henning Lindhorst vom Wortschaftsrat der CDU. Foto: André Zand-Vakili

HStephan Willhaus vom Immentas Ray Van Noy von der terra Holding und Thomas Weber von der Haspa. Foto: André Zand-Vakili

Sören Schumacher, Bürgerschaftsgeordneter der SPD und Britta Herrmann, Bürgerschaftsabgeordnete der Grünen. Foto: André Zand-Vakili

Frank Peters von der GoodMills Innovation GmbH und Jan-Wilhelm Ernst vom Transportunternehmen August Ernst. Foto: André Zand-Vakili

Antonia Marmon vom Harburg Marketing kam mit ihrem Lebensgefährten David Melendez zum Wirtschaftsabend. Foto: Christian Bittcher

Ingo Mönke (Paletten-Service Hamburg) kam mit seiner Tochter Maxime ins Privathotel Lindtner. Foto: Christian Bittcher