Heimfeld - Viele Köche haben die die hippen Gewürzdosen mit dickem Korkkorken von Ankerkraut im Gewürzregal. Das Harburger Unternehmen mit heute Sitz im hit-Technopark, das 2013 von  Stefan und Anne Lemcke gegründet wurde, startete 2016 nach einem Auftritt in der Sendung "Höhle der Löwen" durch.

Jetzt wurde Ankerkraut verkauft. Ausgerechnet an Nestlé, dem Schweizer Lebensmittelkonzern, der die Mehrheitsanteile erwarb. Nun ist Ankerkraut neben Maggi die zweite Gewürzmarke des Schweizer Unternehmens, dass auch Produkte wie Bärenmarke, Smarties oder Nespresso imr riesigen Portfolio hat.

Die beiden Ankerkraut-Gründer sollen als Gesellschafter und  "Markenbotschafter" an Bord bleiben. Letzteres Position halten viele für so etwas wie einen gut bezahlten "Grüßaugust" eines Unternehmens.

Der Verkauf sorgt für Unmut der hippen Community, die bereit war, für hippe Gewürze in hippen Verpackungen mit hippen Aussagen wie, man habe "Verantwortung gegenüber den Menschen, die unsere Gewürze so lieben, und gegenüber unserer Welt und den Lebewesen, die sie bewohnen", hohe Preise zu bezahlen. In sozialen Netzwerken tobt die Kritik. Hippe Influencer kündigen die Zusammenarbeit mit dem hippen Ankerkraut auf. Shitstorm nennt man es, wenn die Hyperaktive im Netz digital hyperventilieren.

Es ist nicht der erste Verkauf von Anteilen von Ankerkraut. Bereits 2020 erwarb der der französische Private-Equity-Fonds EMZ Partners 20 Prozent an dem Unternehmen. Es war damals von einem zweistelligen Millionenbetrag die Rede. Die EMZ-Anteile sind ein Teil der Anteile, die sich Nestlé jetzt sicherte. Weitere Anteile kamen von Freigeist Capital, einem weitere Unternehmen und aus dem Management von Ankerkraut.

Der Preis? Geheim. Diesmal dürfte es deutlich mehr gewesen sein als 2020. Dreistellig vermuten Insider. Für Stefan und Anne Lemcke dürfte, mal wieder, ein neues Leben beginnen. zv