Harburg - Harald Krüger, Geschäftsführer des DRK-Harburg, ist von seinen Aufgaben entbunden worden.

Offiziell heißt es, die Entscheidung sei "mit Blick auf einen bevorstehenden, länger andauernden Klinikaufenthalt Krügers" getroffen worden.

Das dürfte vorgeschoben sein. Zwar wird Krüger tatsächlich wegen einer Donnerstag anstehenden Operation längere Zeit ausfallen. Tatsächlich sind die Vorwürfe um die Cornoaschutzimpfung, die Krüger am 30. Dezember erhalten hat, der Grund. Die Hamburger Morgenpost und später die auch die Bild hatten den Vorgang skandalisiert.

Krüger hatte sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe dazu geäußert. "Ich habe an dem Tag die neu angemieteten Räume unserer Impfteams in Eidelstedt besucht“, sagte Harald Krüger gegenüber harburg-aktuell. An dem Tag waren laut Krüger rund 60 Impfdosen aus einem Termin in einem Altenheim übrig geblieben, die in Rücksprache mit der Behörde verimpft werden sollten.

„Das Impfstoff in der Größenordnung übrig war, war weder für mich noch für die Kollegen vorhersehbar gewesen“, so Krüger. Die Gründe dafür sind vielfältig. Nicht geimpft wird, wenn das Einverständnis für oder von Bewohnern fehlt, aber auch, wenn Bewohner plötzlich positiv auf Corona getestet werden.

Im konkreten Fall, so Krüger sei nicht nur er, sondern zunächst sämtliche anwesenden Mitarbeiter des DRK, der nicht zum DRK gehörenden Impfteams, aber selbst Angehörige einer dort ansässigen Firma geimpft worden. „Der Zeitkorridor war sehr eng, weil der Impfstoff nur noch sehr kurze Zeit haltbar war. Es wurde deshalb jeder geimpft, der greifbar war“, sagte Krüger. Die Alternative wäre an dem Tag laut Krüger gewesen den übrig gebliebenen  Impfstoff wegzuwerfen.

Und auch das sagte der DRK-Geschäftsführer: „Das ich an dem Tag dort war, war reiner Zufall.“ Sonst hat Krüger sein Büro in Harburg. „Von dort wäre ich nicht rechtzeitig nach Eidelstedt gekommen.“

Und auch das ist organisatorisch so geregelt: Die Impfärzte gehören  nicht zum DRK. Sie entscheiden letztlich wer geimpft wird und wer nicht. Ohne ihre Zustimmung hätte Krüger keine Impfung bekommen können.

Insider vermuten, dass mehr hinter der Sache steckt. Hinter vorgehaltener Hand wird von Konkurrenz zwischen dem Landesverband Hamburg und dem DRK-Harburg, immerhin einer der größten Arbeitgeber im Süden Hamburgs, gesprochen.

Aufmerksam war verfolgt worden, dass von einer für den Dienstag einberaumten Sondersitzung Außenstehende eher wusste, als das DRK-Harburg. Das dürfte mit der Entbindung Krügers von seinem Geschäftsführerposten einer Eskalation zuvorgekommen sein. Zudem haben man sich angesichts einer "Neiddiskussion" ohnehin schlecht aufgestellt gesehen.

Kein Geheimnis ist es auch beim DRK, dass es schon immer Begehrlichkeiten in Richtung Harburg gab. Ein Insider sprach von einer "guten Gelegenheit" die Spitze des DRK-Harburg zu schwächen". Intern wird gemunkelt, dass "ein Kopf nicht genug sei".

Harald Krüger hatte das DRK-Harburg 36 Jahre als Geschäftsführer geleitet. Er wäre noch gut zwei Jahre bis zu seiner Pensionierung im Amt gewesen.

Bis das Präsidium über eine Nachfolge von Krüger entschieden hat, führt Karin Bischoff, stellvertretender Vorstand, die Geschäfte weiterzv