Harburg - Es ist ein Wimmelbild, das wie die Kirsche auf der Sahne einer Gutmenschetorte wirkt. Nur lachende Menschen, bärtige, küssende Männer, Gewerkschafter in fröhlicher Runde, juchende Rolli-Fahrer und, und, und...

Mit dieser Illustration ist das Ausschreibungsverfahren für den Rieckhof eingeleitet worden, der ab Mitte nächsten Jahres das lukrative Veranstaltungszentrum Harburgs, das allein mit 482.500 Euro ausschließlich für Personal und Sachmittel gefördert wird, in ein Bürgerzentrum "für Alle" verwandeln soll.

Hinter den Kulissen geht es nicht so harmonisch, wie auf dem Wimmelbild zu. So hat sich der Integrationsrat zur Wort gemeldet, der bei der "Vorrunde" zur Weichenstellung dabei war. Herausgekommen war eine Richtung, in dem Dinge wie eine "Wärmestube", eine "Soliküche" oder Räume zum "Abhängen" für Jugendliche besondere Erwähnung fanden.

"Da wir bei dem Treffen mit der bisherigen Betriebsführung keinerlei Beanstandungen hatten, bestand unsere Teilnahme an dem IBV durch Zuhören, geredet wurde trotzdem genug", so Claus Niemann, Sprecher des Integrationsrates. Man beteilige sich intensiv als Integrationsrat, um als Brücke und Sprachrohr angesehen und wahrgenommen werden für Menschen, die nicht oder nicht genügend Gehör finden, nicht aber "an Utopie, die in diesem gewünschten Umfang in einem Bürgerhaus nicht geleistet werden kann".

"Mir ist bewusst, dass die gemachten Äußerungen einiger Teilnehmer für ein Bürgerhaus zwar gerne geäußert werden dürfen, leider aufgrund meiner Erfahrung nicht umsetzbar  sind", sagt Niemann zu den Ideen wie "Abhängräume" oder"Soliküche". Der ehemalige Polizeibeamte, der als Cop4Your eingesetzt war oder sich um Randständige rund um den Rathausplatz kümmerte und sich weiter intensiv bei sozialen Projekten engagiert, zieht dafür seine Erfahrungen heran.

Niemann: "Allein durch meine Erfahrungen mit Jugendlichen bei einem Projekt „eine kulinarische Reise um die Welt“, bei der Jugendliche und Kinder mit mir gemeinsam andere Kulturen kennenlernen durch gemeinsames Kochen, weiß ich, dass selbst beim Kartoffelschälen gezielt eine Aufsicht zugegen sein muss, Abhängräume, die natürlich immer wieder von den Jugendlichen gewünscht werden, sind in meiner Mitwirkzeit immer gescheitert, allein weil keine Aufsicht gewünscht wird und ohne geschultem Personal sehr schnell auswucherten." zv