Ehestorf -"Ingrid-Marie" heißt der "Apfel des Jahres" 2021. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg hat die alte Apfelsorte zusammen mit dem BUND Hamburg am 13. April in den Landwirtschaftlichen Entdeckergarten gepflanzt. "Wir bewahren neben alten Gebäuden und Haustierrassen auch historische Obst- und Gemüsesorten für zukünftige Generationen", erklärt Museumsdirektor Stefan Zimmermann. "In unserem Landwirtschaftlichen Entdeckergarten wachsen auf vier Hektar über 300 Obstbäume, darunter mehr als 70 verschiedene Sorten."

Apfelexperte Eckart Brandt erzählt: "Vor über 100 Jahren entdeckte der Lehrer K. Madsen auf einer dänischen Insel die Apfelsorte und benannte sie nach seiner Tochter 'Ingrid-Marie'. Ab den 1960er Jahren gab es die Apfelsorte häufig in Norddeutschland. Der Apfel gedeiht an kühlen und feuchten Standorten wie der Niederelbe. Heute ist er kaum noch zu finden."

Der Grund: Das zunehmend wärmere Klima verträgt der Apfelbaum nicht gut und wurde im Handel von Sorten verdrängt, die süßer, ertragreicher und länger zu lagern sind.

Ingrid-Marie wird Mitte September reif, sie hat ein süßsaures Aroma und eine rote Schale.  (cb)