Heimfeld – Umweltsäue können ihren Müll offenbar überall ungestraft entsorgen, sie dürfen sich nur nicht auf frischer Tat erwischen lassen.

Die Erkenntnis ist nicht neu, doch gerade die Details eines aktuellen Falls sorgen für  Kopfschütteln: Im Februar war eine größere Menge Müll in den Wald an der Kuhtrift gekippt worden, darunter kleinere Möbelstücke, ein Fernseher, eine Flasche mit flüssigem Grillanzünder sowie ein Amazon-Versandkarton mit vollständiger Adresse.

Da es sich um ein Wasserschutzgebiet handelt und mehrere Teile Sondermüll weggekippt worden waren, übernahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen, eine Ordnungswidrigkeit war das längst nicht mehr. Doch jetzt hat Staatsanwältin K. das Verfahren eingestellt. Sie konnte der Beschuldigten, einer Esin Y. aus Heimfeld, nichts nachweisen. Name und Anschrift auf dem Karton reichten nicht als Nachweis, dass sie die Gegenstände tatsächlich dort abgelegt hat.

Vielmehr gab die Beschuldigte an, sie habe den Karton ordnungsgemäß in einem Altpapiercontainer entsorgt. Allerdings habe sie ihn relativ weit oben in den Container gelegt, weil dieser bereits ziemlich voll gewesen sei. Sie gab an, keinerlei Kenntnis davon zu haben, wie der Karton und die übrigen Gegenstände in das Waldstück gelangt seien. „Diese Angaben sind nicht zu widerlegen“, so die zuständige Staatsanwältin. Auch seien keine Tatzeugen  bekannt. Bei dieser Beweislage würde ein Gericht die Beschuldigte freisprechen. Trotz „verbliebener Zweifel“ müsse das Verfahren eingestellt werden.

Kurz bevor das Schreiben der Staatsanwaltschaft den Waldeigentümer, die ImmoForst OHG, erreichte, hatten Umweltsäue schon wieder zugeschlagen. Diesmal hatten sie zwei Matratzen im Wald deponiert. ag