Harburg - Der Kunstverein Harburger Bahnhof und der Rotary Club Hamburg-Harburg trauern um ihr

langjähriges Mitglied Professor Dr. Dieter Bobbert, der am 3. Dezember im Alter von 81 Jahren nach langer Krankheit verstarb.

Vor allem den Kunstverein hatte er viele Jahre gefördert. Ohne ihn und seine nachhaltige Unterstützung gäbe es diese kleine aber bedeutende Kulturinstitution nicht. Dreimal stellte er maßgebliche Weichen für deren Entwicklung. Als Leiter des Werkes Hamburg der damaligen Daimler-Benz AG (1983 bis 2002) unterstützte er die Initiative der Künstler Udo Dettmann und René Havekost, im Hamburger Süden einen Kunstverein zu gründen und diesen im ehemaligen Wartesaal I. und II. Klasse des Harburger Bahnhofes anzusiedeln.

Dank seiner und der Initiative von Dr. Hanns Kippenberger, damals Generalbevollmächtigter der Deutschen Bank in Hamburg, beteiligten sich einige Unternehmen der Region, um den jungen Verein zu fördern. Als der Kunstverein später in eine konzeptionelle wie finanzielle Krise geriet, engagierte sich Bobbert zunächst im Vorstand, später im Kuratorium, um der Harburger Kulturinstitution zu einer beständigen Entwicklung zu verhelfen.

Ende 2004 vereinbarten Professor Martin Köttering, der Präsidenten der Hochschule für Bildende Künste Hamburg (HfbK) und Bobbert, die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Kunstverein weiter zu intensivieren. In der Folge entwickelte sich der Kunstverein zu einem anerkannten Experimentierfeld für die Präsentation junger Gegenwartskunst. Absolventen der HfbK können als Kuratoren hier ihre ersten beruflichen Erfahrungen sammeln. An den Feiern zum 20-jährigen Bestehen des Kunstvereins Harburger Bahnhof konnte Prof. Dr. Dieter Bobbert, der bereits erkrankt war, nicht mehr teilnehmen.

Neben seiner Tätigkeit als Kunstförderer hat sich Dieter Bobbert vor allem in seinem Beruf um die Entwicklung Hamburgs als Industriestandort und insbesondere den Hamburger Süden verdient gemacht. Nach seiner Tätigkeit bei Hanomag-Henschel kam er als Leiter Prüfwesen 1972 ins Werk Wörth der Daimler-Benz AG, 1981 kam er in die Unternehmenszentrale nach Untertürkheim, wo er dem Stabsbereich von Vorstand Prof. Werner Niefer angehörte.

1982 wurde er von Niefer als Produktionsleiter ins Hamburger Mercedes-Werk entsandt. Aus Sicht der Zentrale galt dieser, erst 1978 ins Unternehmen eingegliederte Standort als problematisch. „Bei hohen Kosten wurde vielfach schlechte Qualität abgeliefert“, wie sich Bobbert in einem Beitrag für das 2010 erschienene Buch „Mercedes-Benz Werk Hamburg“ erinnert.

Der Werkstoff-Experte Bobbert wurde zum „Architekten des Aufstiegs“. Er etablierte neue Fertigungstechniken sowie eine eigene Entwicklungsabteilung und senkte in dauerhaft vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Belegschaft den Krankenstand.

Im Jahr 2000 verlieh die TU Hamburg-Harburg Dieter Bobbert, der bereits während des Studiums als Dozent an der Staatlichen Ingenieurschule Hannover sein Wissen auf dem Gebiet der Werkstofftechnik in der Lehre weitergab, den akademischen Titel Professor.

"Der Kunstverein Harburger Bahnhof bewahrt Prof. Dr. Dieter Bobbert ein ehrendes Gedenken und übermittelt seiner Familie, insbesondere Frau Irene Bobbert, die ihren Ehemann im Kunstverein oftmals begleitete, seine trauernde Anteilnahme", sagt Ursula Herbst vom Rotary Club Hamburg-Harburg. (cb)