Harburg – Jetzt ist es fast schon beschlossene Sache: Der Bereich Wilstorf/Reeseberg wird RISE-Gebiet. Im

Rahmenprogramm Integrierte Stadtteil-Entwicklung werden jeweils mehrere Millionen Euro bereitgestellt, mit denen „die Lebensqualität in Quartieren mit besonderem Entwicklungsbedarf verbessert und der soziale Zusammenhalt gestärkt“ werden soll. Jetzt müssen noch der Regionalausschuss Harburg, die Bezirksversammlung Harburg und schließlich am 17. Dezember die Hamburgische Bürgerschaft zustimmen.

In dem 169 Hektar großen Gebiet rund um den Reeseberg, das weit in den Süden reicht und sogar noch die geplante Bustrasse zwischen Gordonstraße und Radickestraße umfasst, wohnen – Stand heute – 13.258 Personen. Statistisch gesehen sind das mit geringen Abweichungen typische Harburger Normalbürger: 25,3 Prozent haben keine  deutsche Staatsbürgerschaft, 46,8 Prozent haben einen Migrationshintergrund, rund die Hälfte haben entweder Abitur oder Fachhochschulreife, allerdings haben auch knapp sieben Prozent keinen Schulabschluss.

Erstaunlich: 52,9 Prozent leben in einem Einpersonenhaushalt und 28,5 Prozent sind Alleinerziehende. Das sind etwas mehr als der Harburger Durchschnitt. Dennoch bewerten die RISE-Gutachter die sozialen Verhältnisse als stabil. Aber nicht auf Dauer! Denn in dem Gebiet fallen in den kommenden Jahren massiv Sozialwohnungen aus der Mietpreisbindung. Dies könne vor allem für Alleinerziehende und Geringverdiener schlimme Folgen haben. Allein dieses Szenario ist ein Argument für die Förderung des Quartiers.

Die Gutachter schlagen zum Einstieg in die bis 2026 laufende Förderung konkrete Projekte vor – wie die zeitgemäße Umgestaltung der Spielplätze Reeseberg und Kapellenweg, eine Erweiterung des Kinderzentrums am Schneverdinger Weg und ein Stadtteilbüro. Darüber hinaus präsentieren sie ein ganzes Füllhorn von Ideen, die nach und nach entwickelt und umgesetzt werden können. ag