Eißendorf - Trauriges Bild am Ehestorfer Weg: In Höhe der Majestätischen Aussicht sind viele der neu gepflanzten Bäume,

Sträucher und Hecken eingegangen. Die Pflanzen sind der Ausgleich für die im Zuge der Herstellung der Straße gefällten Bäume. Viele der Buchen und Eichen haben schon längere Zeit keine Blätter mehr und sehen vertrocknet aus.

"Bereits im Spätsommer wurden die Blätter braun und kräuselten sich zusammen", sagt Anwohner Thomas Martens (52). Er und sein 82-jähriger Vater Hermann Martens sind sich sicher: "Die haben im Sommer zu wenig Wasser bekommen. Viele der Pflanzen sind tot und müssen ersetzt werden." Besonders traurig sehen die Pflanzen der rund 130 Meter langen Buchenhecke aus, die mehrere Grundstücke von Anwohnern vor dem Lärm der Straße schützen soll: "Die Hecke ist komplett tot. Das ist alles sehr ärgerlich", sagen die beiden.

Insgesamt wurden im Zuge der "Endgültigen Herstellung" des Ehestorfer Wegs 57 Bäume gefällt. "Neu angepflanzt wurden entlang des Ehestorfer Weg 33 Bäume, 727 Sträucher sowie 127 Meter Buchenhecke", teilte der LSBG (Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer) auf Anfrage von harburg-aktuell mit.

Allerdings sieht man hier einen anderen Grund dafür, das viele der neuen Pflanzen eingegangen sind: "Nach dem Einpflanzen kann es - ausgelöst durch sogenannten „Pflanzenstress“ - zu einer vorübergehenden Beeinträchtigung des Stoffwechsels und der Entwicklung der Pflanzen kommen. Um dem entgegenzuwirken, wurden sie während der Hitze- und Trockenphasen vermehrt bewässert", sagte Andrea Deutschmann von der LSBG.

Die Schäden an den Neuanpflanzungen sind laut LSBG nicht durch eine zu geringe Wasserzufuhr ausgelöst worden, sondern durch einen Befall durch den Eichensplintkäfer. Deutschmann: "Dieser etwa 3 Millimeter große Sekundärschädling befällt bereits geschwächte Bäume sowie andere Gehölze und kann zu dessen Tod beitragen, sofern bestimmte Stressfaktoren vorliegen."

Zur Vorbeugung werden die Nachpflanzungen und nicht befallenden Pflanzen weiterhin ausreichend mit Wasser versorgt, um die schwächenden Faktoren zu vermindern. Zudem werden als Bekämpfungsmaßnahme Stammbehandlungen durchgeführt, um die Bäume vor einem Befall zu schützen, teilte der Landesbetrieb mit.

Egal, ob zu wenig Wasser oder Schädling: Viele der Pflanzen müssen vermutlich ersetzt werden. Die Anwohner befürchten, das sie jetzt noch mehr bezahlen müssen, denn bei einem erstmaligen endgültigen Ausbau werden auch sie irgendwann zur Kasse gebeten. Doch das wird anscheinend nicht der Fall sein, denn "Aktuell befindet sich der LSBG im Gespräch mit der ausführenden Firma, welche Nachpflanzungen am Ehestorfer Weg durchgeführt werden müssen. Diese werden jedoch ohne Mehraufwendungen für die Anwohner erfolgen." 

Diese Befürchtung ist zudem unbegründet, denn in Hamburg wird nicht nach den tatsächlichen Baukosten sondern sogenannten Einheitssätzen abgerechnet. Das heißt, ein Quadratmeter Grünstreifen, Gehweg, Fahrbahn kostet den Anlieger überall das gleiche. Egal ob in Eppendorf oder Eißendorf, egal ob eine günstige oder teure Firma baut. (cb)

 

(cb)

Auch viele junge Eichen und Buchen, die am Straßenrand gepflanzt wurden, sind eingegangen. Foto: Christian Bittcher