Harburg - Das war ein bitterer Moment für das Schützenwesen in Harburg: Seit Sonntag-Vormittag ist der SV Kanzlershof

Geschichte. Nach fast 125 Jahren sagt der 1895 gegründete Verein "Tschüss". Der Verein verabschiedete sich mit einem letzten Empfang im Landhaus Jägerhof. Die Abordnungen von zehn befreundeten Vereinen folgten der Einladung vom 1. Vorsitzenden Sven Heinsohn, um ein letztes Mal das Glas auf den SV Kanzlershof zu heben.

"Nach fast 125 Jahren ist es uns aufgrund der sinkenden Mitgliederzahlen leider nicht mehr möglich, den Vereinsbetrieb aufrecht zu halten", sagte Sven Heinsohn mit trauriger Stimme in seiner Rede. Im Jubiläumsjahr 1995 hatte der Verein noch über 100 Mitglieder. Die Zahl ist in den letzten Jahren auf nur noch 18 Mitglieder gesunken.
 
"Das ist eine Anzahl, bei der es sich nicht mehr rentiert, einen Schützenverein am Leben zu halten. Die Entscheidung ist gefallen, als die Mitgliederzahl unterhalb von 25 war", sagte Heinsohn, der die Führung des Vereins 2016 übernommen hat und derzeit auch der amtierende König ist.

Die alten Mitglieder werden immer weniger und es fehlt einfach der Nachwuchs. So wie jetzt dem SV Kanzlershof ist es in den Vorjahren bereits drei anderen Harburger Schützenvereinen ergangen: SV "Eiche" Rönneburg hörte 2017 auf, 2010 gingen beim SV Langenbek die Lichter aus, wie schon ein Jahr zuvor beim SV Wetternstrand.

Die Königskette und einige weitere Insignien des Schützenvereins sowie eine komplette Uniform, die zunächst an Heinz-Heinrich Thömen, dem Vizepräsident des Hamburger Schützenverbandes übergeben wurden (kleines Foto), werden dem Schützenmuseum in Coburg zur Verfügung gestellt.

Die wertvolle Fahne des SV Kanzlershof wird in den Besitz der Harburger Schützengilde übergehen und von den Fahnenjunkern gepflegt, instand gehalten und bei offiziellen Ausmärschen getragen. Nico Ehlers und Klaus-Jürgen Hübner von der Gilde übernahmen die Fahne und verischerten, sie in Ehren zu halten. "Dadurch bleiben wir immer ein Teil der Harburger Schützengeschichte", sagte Heinsohn. (cb)

Die Abordnungen von zehn befreundeten Vereinen folgten der Einladung vom 1. Vorsitzenden Sven Heinsohn zum Abschieds-Empfang. Foto: Christian Bittcher