Heimfeld - "Toll", sagt eine der alten Damen. "Toll". 87 Jahre hat sie hinter sich und sicher viel erlebt.

Doch das war für sie eine Premiere. Als Sozia auf einem Trike eine Runde drehen, quer durch Heimfeld. Für sie und viele andere die Bewohner des Altenheims Rennkoppel war es ein echtes Higlight.

Dass sie und viele andere Mitbewohner an diesem sonnigen Sonnabend das dreirädrige Vergnügen erleben können, ist Klaus zu verdanken. Er hat es organisiert und in Triker-Kreisen herumgefragt, wer mitmacht. Sechs Trikes und ein Quad sind so zusammen gekommen - aus ganz Norddeutschland, wie man an den Kennzeichen sieht, die im Kreis Cuxhaven oder Bremen ausgegeben wurden.

Klaus ist 58 und seit einem Jahr Besitzer eines Trikes. Eigentlich wollte er auf seinen "Feuerstuhl" warten bis er in Rente ist. Ein Herzinfarkt hat ihm gezeigt, dass alles endlich ist. Da hat er sich seinen Traum sofort erfüllt, er der Niedersache, der damit das Durchschnittsalter der Triker an diesem Tag auf dem Parkplatz vor der Rennkoppel repräsentiert. Die Männer haben die Insignien des Outlaw-Lebens, den Totenkopfring am Finger, die Lederkutte und natürlich die Triker-Braut, die auf dem erhöhten Sitzplatz hinter dem Fahrer thront und die sich bei Klaus als Polizistin der Harburger Wache entpuppt, die an diesem Tag natürlich nicht Uniform, sondern eine genauso rabenschwarze, mit Patches bespickte Kutte wie Klaus trägt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Für die alten Menschen aus der Rennkoppel war es ein riesiges Vergnügen, ein Spaß, ein Erlebnis, das mit einem bunten Programm mit Kuchen und Musik um die Trike-Runden zelebriert wurde. Ein gelungener Nachmittag. Oder wie es der junge Vater aus der Nachbarschaft, eine Generation nach Klaus, natürlich mit Fahrrad und dem behelmten Sohn im Sitz auf dem Gepäckträger, als erstaunt-begeisterter Zaungast zusammenfasst: "Cool". zv