Harburg -  Die Rettung der katholischen Schulen im Bezirk steht mehr als nur auf der Kippe. Die Gremien des Erzbistums haben sich gegen eine Übernahme

der von der Schließung bedrohten Schulen durch eine Schulgenossenschaft abgelehnt. Jetzt muss der Erzbischof entscheiden. Insider gehen eher davon aus, dass er sich nicht gegen seine eigenen Leute stellt. Birgit Stöver, Schulexpertin der CDU, hofft auf einen Alleingang des Erzbischofs. "Ich bin ein Optimist", sagt sie. "Es ist erst vorbei, wen der Erzbischof diesen Weg ablehnt."

Mit der ablehnenden Haltung der Gremien des Erzbistums zur Übernahme der Schulen dürfte auch die Gründung der Genossenschaft, die für Freitag geplant war, zunächst hinfällig sein. Denn mit einer Entscheidung des Erzbischofs wird erst in der nächsten Woche gerechnet. Der Plan der Genossenschaft sieht vor sechs Schulen im Rahmen eines Pilot-Projektes zu übernehmen. Darunter sind das Niels-Stensen-Gymnasium und die katholischen Schulen in Harburg sowie Neugraben. Dabei will die Genossenschaft die laufenden Kosten tragen. Selbst wenn es doch noch zu einer Entscheidung für das Pilotprojekt kommen sollte, ist die Rettung nicht in "trockenen Tüchern". Beispielsweise soll die Höhe der Miete für die Schulgebäude, die weiter im Besitz des Erzbistums bleiben, nicht abschließend geklärt sein.

Das Erzbistum will die Schulen schließen, weil es auch durch deren Betrieb in eine Schuldenfalle geraten ist. Aktuell ist man mit 88 Millionen Euro in den Miesen. Ein weiterer Betrieb der Schulen wurde den Schuldenstand nach Ansicht eines externen Beratungsunternehmens in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Alle katholischen Schulen im Bezirk Harburg gelten als hoch defizitär. Finanziert werden sie durch Zuwendungen der Stadt und durch Schulgeld, das 100 Euro pro Kind beträgt. Allerdings wird diese Summe selten erreicht, weil das Schulgeld einkommensabhängig ist oder Geschwisterregeln gelten, soll das Schulgeld laut Insider bei durchschnittlich 50 Euro pro Schüler liegen. zv