Harburg - Nein. Der große Andrang war es nicht. Auch wenn es zeitweise eng war auf dem Hausboot "Magdeburg" von Gunter Gabriel (†75).

Am Sonnabend tummelten sich die Seh-Leute auf dem schwimmenden Domizil des verstorbenen Country-Sängers, das am Lotsestieg am Anlger der Jöhnk-Werft liegt. Es mögen gleichzeitig 30 Leute gewesen sein, die auf dem Hausboot waren - die Hälfte davon Journalisten. Andere kamen mit ihren Kinder, um das 115 Quadratmeter große Hausboot, das eingequetscht zwischen zwei Schiffen liegt, zu inspizieren. So richtig Kaufinteresse, so hörte man aus den Gesprächen hatten sie nicht. Das hatten andere. Gefachsimpelt wurde über die Möglichkeit einer kommerziellen Nutzung der "Magdeburg" als Museum oder als Café und die die damit verbundenen Problme, wie die nötigen Toiletten oder behindertengerechte Zugänge.

Was bekommt man bei einem Kauf? Ein Hausboot, dass selbst im schönsten Harburger Herbst-Sonnenlicht augenscheinlich seine besten Tage hinter sich hat, das ein bisschen "zusammengezimmert" wirkt. Ein Hausboot, in dem schon mal Teil der Deckenverkleidung durchhängen. Man bekommt auch einen 100 Quadratmeter großen Gunter Gabriel-Schrein mit vielen Bilder, Zeitungsausschnitten, Gitarre, einem Whirlpool mit Farbtherapieanlage, den sich der Country-Sänger einmal als Ersatzgage einbauen ließ, oder der mobilen Küche von Opernsänger Luciano Pavarotti, die Gabriel in sein Hausboot installieren ließ und, wie es seine Tochter Yvonne Koch in einer Art Exposé schrieb, "tausende von Büchern und Vagabunden-Slogans".

Als Preis für das Hausboot wurden 30.000 Euro aufgerufen. Das Geld will Yvonne Koch auch nutzen, um ihr Erbe, ein Schuldenberg von rund 450.000 Euro, abzustottern. "Würde ich es nicht tun, dann käme irgendein Insolvenzverwalter, der es stückweise an irgend jemanden verkauft", sagt sie. Sie selbst will, dass der Nachlass von Gunter Gabriel zusammen bleibt und in "gute Hände" kommt. zv