Ratgeber - Oldtimer sind Liebhaberfahrzeuge und haben für ihre Besitzer einen ganz besonderen Wert. Sie müssen daher gut abgesichert sein. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Exklusivität dieser Fahrzeuge berücksichtigt und mithilfe einer passenden Versicherung entsprechend abgesichert wird. Eine herkömmliche Kfz-Versicherung bietet jedoch nicht den richtigen Versicherungsschutz für die vielen Besonderheiten von Oldtimern. Eine spezielle Versicherung ist da die bessere Option. Alles zu einer Oldtimer-Versicherung können Sie hier nachlesen.

Was ist ein Oldtimer?

Um als Oldtimer eingestuft zu werden, muss ein Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt sein. Diese Klassiker sind häufig mit einem speziellen H- oder 07-Kennzeichen versehen. Um ein solches Kennzeichen zu erhalten, muss der Oldtimer in einem guten und fahrtüchtigen Zustand sein, der vom TÜV oder der DEKRA entsprechend geprüft und bescheinigt wird.

Oldtimer mit einem H-Kennzeichen dürfen wie ein regulär zugelassenes Fahrzeug uneingeschränkt am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Das sogenannte 07-Kennzeichen wird indes nur für Sammlerfahrzeuge ausgestellt. Dabei handelt es sich um ein Wechselkennzeichen, welches vom Besitzer nur zum Bewegen, auch mehrerer Oldtimer, genutzt werden darf. Oldtimer mit einem 07-Kennzeichen dürfen nur eingeschränkt am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Sie dürfen also nicht für tägliche Alltagsfahrten genutzt werden.

Eine spezielle Oldtimer-Versicherung ist für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen gleichermaßen sinnvoll wie für Sammlerfahrzeuge mit 07-Kennzeichen. Auch für Fahrzeuge ab einem Alter 25 Jahren kann eine Oldtimer-Versicherung interessant sein. Diese Fahrzeuge haben zwar den Status eines Oldtimers noch nicht ganz erreicht, sind aber dennoch oftmals Klassiker, die von ihren Besitzern gehegt und gepflegt werden.

Unterschied Oldtimer-Versicherung und klassische Kfz-Versicherung

Auf der Suche nach einer guten Versicherung für einen Oldtimer wird zunächst einmal auffallen, dass Oldtimer-Versicherungen im Vergleich zu klassischen Kfz-Versicherungen meist deutlich günstiger sind. Der wirklich entscheidende Unterschied zwischen beiden Versicherungsvarianten liegt jedoch in den Leistungen.

Während eine klassische Kfz-Versicherung Versicherungsschutz bei Gefahren und Schäden im normalen Straßenverkehr bietet, sichert eine Oldtimer-Versicherung vor allem die Exklusivität der Klassiker ab.
Der Wert eines Oldtimers kann je nach Erhaltungs- und Pflegezustand beträchtlich sein. Werden Ersatzteile benötigt, kommen dafür nur Originalteile infrage. Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten werden in aller Regel nur von darauf spezialisierten Werkstätten durchgeführt. Der Versicherungsschutz einer Oldtimer-Versicherung ist daher auf diese und andere Besonderheiten genau abgestimmt.

In der klassischen Kfz-Versicherung erfolgt die Beitragsbemessung anhand von Schadenfreiheitsklassen. Je besser die Schadenfreiheitsklassen, desto umsichtiger und risikoärmer stuft die Versicherung das Fahrverhalten des Versicherungsnehmers ein. Der Beitrag ist deshalb bei einer hohen Schadenfreiheitsklasse weitaus günstiger als für Fahranfänger oder Personen, die häufig Schäden verursachen und deshalb keinen oder nur einen geringen Schadenfreiheitsrabatt haben.

In der Oldtimer-Versicherung spielen indes Schadenfreiheitsklassen keine Rolle. Historische Fahrzeuge werden gut gepflegt und gewartet und aufgrund ihres hohen Wertes nur äußerst umsichtig bewegt. Das Schadenrisiko ist daher grundsätzlich geringer.

Bedingungen für eine Oldtimer-Versicherung

Auch wenn das Schadenrisiko im normalen Straßenverkehr für einen Oldtimer von der Versicherung allgemein als gering eingestuft wird, können doch Schäden an den Klassiker in erheblicher Höhe entstehen. Deshalb ist der Abschluss einer Oldtimer-Versicherung immer mit bestimmten Bedingungen verbunden. Nur das Alter eines Fahrzeugs reicht zum Abschluss einer Oldtimer-Versicherung nicht aus.

Viele Oldtimer-Versicherungen können auch bereits für Youngtimer ab einem Fahrzeugalter von 25 Jahren abgeschlossen werden. Das Fahrzeug muss sich, unabhängig vom Fahrzeugalter, weitgehend im Originalzustand befinden.

Zusätzlich zum Oldtimer muss ein Alltagsfahrzeug vorhanden sein. So ist gewährleistet, dass der Oldtimer nicht für tägliche Alltagsfahrten genutzt wird. Meist liegt das Mindestalter des Fahrers bei 23 bis 25 Jahren. Darüber hinaus gibt es bei den meisten Oldtimer-Versicherungen eine jährliche Kilometerbegrenzung. Häufig wird auch ein Mindestwert des Oldtimers vorausgesetzt.

Wertgutachten

Kommt es bei einem historischen Fahrzeug zu einem Schaden, ist dieser nicht nur teuer, sondern auch die Schadensbehebung ist äußerst aufwendig. Daher wird zum Abschluss einer Oldtimer-Versicherung ein Wertgutachten gefordert. Darin werden neben dem aktuellen Marktwert auch der Wiederbeschaffungswert und der Wiederherstellungswert des Fahrzeugs ermittelt.

Versicherungsumfang

Ähnlich wie bei der klassischen Kfz-Versicherung kann eine Oldtimer-Versicherung neben der gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflichtversicherung eine Teil- oder Vollkaskoversicherung beinhalten. Dazu bieten viele Versicherer noch weitere Zusatzversicherungen an, die bei Bedarf den Versicherungsschutz komplettieren können.

Fazit

Um ein historisches Fahrzeug optimal zu versichern, ist eine Oldtimer-Versicherung die optimale Wahl. Alle Besonderheiten und die Exklusivität des Oldtimers können so perfekt in den Versicherungsschutz eingeschlossen werden.