Landkreis Harburg -  „Hilfe, wir haben ein Wespennest“, heißt es schnell, wenn man im Garten ein Wespen- oder Hornissennest hat.

Doch einfach die Nester vernichten, ist verboten. Hummeln, Hornissen und andere Wespenarten stehen unter Schutz und dürfen nicht verletzt oder gefangen werden. Im besten Fall arrangiert man sich mit den neuen Mitbewohnern, wartet darauf, dass die Königin im Herbst auszieht und das Volk dann auf natürliche Weise stirbt. Wenn das nicht möglich ist, weil sich zum Beispiel Kinder oder Allergiker regelmäßig in der Nähe aufhalten, rät die Behörde im Landkreis Harburg die ehrenamtlichen Wespen- und Hornissenberater anzurufen. Die die Kontaktdaten bekommt man unter www.landkreis-harburg.de/wespen und bei der Naturschutzabteilung unter Telefon 0 41 71 – 693 296.

Neun ehrenamtliche Experten gibt es im Landkreis Harburg, die helfen, wenn es Probleme mit Wespen und Hornissen gibt. Sie führen überwiegend Telefonberatungen durch, falls erforderlich beraten sie auch vor Ort. Stellt das Nest tatsächlich eine Gefahr dar, sind die Experten dazu ausgebildet, die sInsekten art- und fachgerecht umzusiedeln. Die telefonischen Beratungen sind kostenlos. Lediglich für Beratungen vor Ort und die Umsiedlung des Nestes wird eine Gebühr erhoben. Die Kosten für die Umsiedlung eines Wespen- bzw. Hornissennestes belaufen sich auf 70 Euro und gegebenenfalls Materialkosten. Bei Ortsterminen fallen zusätzlich noch Fahrtkosten an.

Um gar nicht erst Wespen- oder Hornissennester in der Nähe zu haben, ist es hilfreich zu Beginn des Sommers den Garten nach Hinweisen auf eine mögliche Ansiedlung abzusuchen. Gerade unter Vordächern, im Gartenschuppen oder versteckt im Klettergerüst siedeln sich Wespen und Hornissen gern an. Die betroffene Stelle kann mit einem Wasser-Spülmittel-Gemisch benetzt werden und wird dann in den meisten Fällen von den Tieren gemieden. Alternativ funktionieren auch Essigessenz, Nelken- oder Zitronenöl. Der Zugang zu den anfänglichen Nestbauten kann aber auch einfach verschlossen werden. Wer beispielsweise eine Hornissenkönigin beim Nestbau beobachtet, kann versuchen, dass die Königin keinen Zugang mehr zu der Stelle hat, damit sie sich einen anderen Standort sucht.

Hat man Wespen und Hornissen im Garten, sollte man wissen:  Die Tiere sind von Natur aus nicht aggressiv, sondern stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Daher sollte man schnelle, unkontrollierte Bewegungen und das Anpusten der Tiere vermeiden. Und auch das sollte man wissen: Wespen und Hornissen sind keine "Dauergäste". Sie bleiben nur für ein Jahr in ihrem Nest. 

Vorsicht ist nach Angaben der Naturschutzabteilung oft bei vorgeblich professionellen Schädlingsbekämpfern geboten. Man sollte darauf achten, dass die Firma eine Anschrift, Steuernummer und Handelsregisternummer hat. Wenn nur eine Handynummer angegeben ist, sollten man skeptisch sein. In der Saison sind häufig unseriöse Firmen aktiv, die oft zu deutlich überhöhten Preisen tätig werden. wg