Harburg - "Nanu" werden viele gedacht haben, die am Harburger Ring in den Bus steigen wollten. An den gläsernen Wartehäuschen hingen ungewöhnliche Plakate. Unter anderem wurde zeigt eines in Aufmachung der Titelseite des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", das in "Der Pimmel" umgetauft wurde, das Bild von Hamburgs Innensenator Andy Grote.

Es geht um "Pimmelgate", der unseligen Geschichte über eine Beleidigung des Senators in einem sozialen Netzwerk und dem daraus resultierenden Ermittlungsverfahren samt Hausdurchsuchung. Ein zweites Plakat beschäftigt sich mit Altkanzler Gerhard Schröder und seinen Jobs für Russland.

Das Plakat vom Innensenator ist ein "alter Hut". Bereits vergangenen Oktober war es mehrfach nördlich der Elbe an vergleichbaren Stellen aufgetaucht. Und auch das Plakat mit Schröder ist nicht neu, sondern tauchte bereits an anderen Stellen in anderen Städten auf.

Insgesamt wurden in Harburg zwölf Plakate an Bushaltestellen in den regulär für Werbung gedachten Glaskästen angebracht. Das aber offensichtlich ohne Zutun der Firma, die die Plakatflächen vermietet. Die Polizei hat die Plakate zumindest gesichtet. Bislang hat niemand einen Strafantrag gestellt. So ist es Sache der Firma, die Plakate zu entfernen.

Wer dahinter steckt? Es dürfte die Gruppe „DIES IRAE“ (Bedeutet Tag des Zorns) sein, die seit Jahren bundesweit solche Aktionen als Kritik an Werbung im öffentlichen Raum durchführt. zv