Wilhelmsburg - Bei gezielten Sucharbeiten ist am Rotenhäuser Damm zwischen Fährstraße und Mannesallee eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Sie liegt in etwa zehn Metern Tiefe unter dem Grundwasserspiegel. Nach einer Überprüfung durch einen Taucher wurde sie als 1000 Pfund schwere amerikanische Minenbombe mit Heckaufschlagzünder identifiziert.

Der Kampfmittelräumdienst ist vor Ort. Jetzt wird das weitere Vorgehen besprochen. Im geplanten Evakuierungsradius sind etwa 4700 Menschen gemeldet. Betroffen von der Evakuierung ist unter anderem ein Pflegeheim, in dem 21 Bewohner, darunter fünf behinderte Menschen, leben. Außerdem wurden zwei Kindergärten und vier Schulen evakuiert.  Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen und Bereitschaftspolizei sind vor Ort.

Der Busverkehr in Wilhelmsburg wurde eingestellt, und die großen Verkehrsleit-Tafeln fordern die Autofahrer auf, Wilhelmsburg weiträumig zu umfahren.

Die Bombe soll zunächst um 17 Uhr entschärft werden. Dann wurde auf 18 Uhr verschoben. Der Grund: Von der Evakuierung waren auch etwa 25 Personen betroffen, die als Coronainfizierte gelten und die unter besonderen Schutzmaßnahmen abgeholt und untergebracht werden mussten.

Die Entschräfung selbst, damit rechneten Experten, dürfte zügig gehen, da der Blindgänger nur über einen Heckaufschlagszünder verfügt. Die Experten rechnen mit gut 35 bis 45 Minuten.

Ob auch Hauptverkehrsadern für eine Entschärfung gesperrt werden müssen, ist unklar. Die Wilhelmsburger Reichsstraße im Zuge der B75 wird nach bisherigen Planungen frei bleiben. Lediglich in Wilhelmsburg und Georgswerder werden zu ausfahrten gesperrt. Die S- und Fernbahn dürfte in keinem Fall von Sperrungen betroffen sein. zv