Harburg - In Harburg hat es eine erste Anmeldung einer Demonstration im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel gegeben. Unter dem Motto "GESA to hell",

GESA steht für die Gefangenensammelstelle an der Schlachthofstraße, wollen laut Anmelder etwa 500 Teilnehmer durch Harburg marschieren. Die Demonstration soll um 18 Uhr auf dem Rathausplatz beginnen und durch die Stadt führen. Es sind mehrere Zwischenkundgebungen, unter anderem vor der Gefangenensammelstelle im ehemaligen Fegro-Markt an der Schlachthofstraße geplant. Um 19 Uhr soll der Aufzug in der Straße Am Wall enden. Dort befindet sich die alte "Sauerkrautfrabrik", ein Zentrum der linken Szene im Süderelberaum, das extremistischen Organisationen aus verschiedenen Bereichen der zerstrittenen Szene ein Forum bietet. Dazu gehört beispielsweise  RAW, was für Revolutionärer Aufbau Waterkant steht. Es handelt sich um eine vom Verfassungsschutz beobachtete Gruppierung, die der antiimperialistischen Szene zugerechnet wird, die mit der linksautonomen Szene der Roten Flora zerstritten ist.

Veranstalter der Demonstration am 24. Juni ist ein "Bündnis gegen Repression". "Wir werden den Protest bis zum Knast tragen und gegen staatliche Willkür und Repression demonstrieren", heißt es in einer Ankündigung. Ob die Demonstration friedlich bleibt, ist abzuwarten. Eine Einschätzung der Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes gibt es noch nicht. Der Slogan "to hell" ist aktuell bei autonomen Gruppen aus dem Umfeld der Roten Flora angesagt. Diese Gruppen propagieren auch militante Aktionsformen. Das Klientel aus der "Sauerkrautfabrik" wird vom Verfassungsschutz aber als eher unproblematisch einegstüft. Deutlich militantere Gruppierungen gibt es im Bereich Wilhelmsburg. In Harburg hatte es in den vergangenen Wochen bislang lediglich immer wieder Farbschmierereien mit Bezug zum G20-Gipfel gegeben. Die Polizei wird die Demonstration am 24. Juni mit einem größeren Aufgebot begleiten. zv