Rathaus

Harburg - Als Bürgerschaftsabgeordnete der AfD sorgte Olga Petersen (38) kürzlich für Wirbel,

weil sie Thorsten Prenzler, Fraktionschef der AfD im Hamburger Rathaus, anzeigte. Es geht um den Vorwurf der Urkundenfälschung.

Jetzt will Petersen auch ins Harburger Rathaus einziehen. Sie hat, so heißt es aus der AfD, das Mandat bereits angenommen. Als Nachrückerin. Die Harburger AfD ist wenig begeistert. "Wir prüfen noch, ob sie Mitglied der Fraktion wird", sagt Matthias Arft von der Fraktion. Die AfD kann es sich leisten. Auch wenn Petersen nicht Mitglied der Fraktion wird, bleibt der wichtige Fraktionsstatus erhalten. "Wir haben dann eben etwas weniger Redezeit und etwas weniger Zuwendungen", so Arft.

Für Petersen kommt der Sitz in der Bezirksfraktion sicher nicht ungelegen. Sie ist Russlanddeutsche, wurde 1982 in der sibirischen Stadt Omsk geboren. als 16-Jährige siedelte sie mit ihren Eltern nach Hamburg um.

Russlanddeutsche spielen eine nicht unerhebliche Rolle als Wähler der AfD. Hausbruch beispielsweise ist eine Wohngegend mit einem hohen Anteil von Deutschen, die selbst oder deren Eltern aus Russland übersiedelten. Durch den Sitz in der Bezirksversammlung dürfte sich Petersen mehr Nähe für dieses für sie wichtiges Wählerklientel erhoffen. Immerhin ist die 38-Jährige eine der AfD-Abgeordneten mit dem höchsten persönlichen Stimmenanteil.

Von Petersen selbst war trotz Anfrage bislang keine Stellungsnahme zu erhalten. zv