Harburg - Bei den Grünen in Harburg wurde der neue Kreisvorstand gewählt und Parteimitglieder aus ganz Deutschland waren interessiert.

Dabei ging es weniger um den Wahlausgang. Es ging um das Prozedere. Denn Harburg war einer der ersten Kreisverbände, der coronabedingt eine Mischung aus virtueller Wahl und Briefwahl durchführte.

"Die spannende Frage war, ob es funktioniert", so ein Sprecher der Grünen. Das hat es. Und das sogar sehr gut. Die Wahlbeteiligung war, selbst parteiübergreifend betrachtet, sehr gut. 53 Prozent der 170 Mitglieder des Kreisverbandes nahmen an der Wahl teil. Bei konventionellen Wahlen, wenn im Rahmen einer Versammlung abgestimmt wird, kommen nur halb so viele.

Vorher war bereits virtuell eine "Vorauswahl" getroffen worden. Allerdings gab es nur im Bereich der Beisitzer mehr Bewerber als Plätze. Die Kandidaten für die Briefwahl wurden online gewählt. Das ist rechtlich möglich. Bei der anschließenden Briefwahl standen so pro Platz dann nur noch ein Kandidat auf der Liste, den die Briefwähler annehmen oder ablehnen konnten, beziehungsweise bei dem sie sich enthalten konnten.

Das Ergebnis war wie erwartet. Ann-Kathrin Rückmann wurde neuer Teil der Doppelspitze. Cornelia Bartsch wurde als die zweite Vorstandssprecherin bestätigt. Ebenfalls bestätigt wurde Schatzmeister Oliver Domzalski. Neu als Beisitzer wurden Timo Buckentin, Julia Kurkowski und Josias Max gewählt.

Begünstig war die Premiere, weil es kaum Kampfabstimmungen gab. Die Grünen haben durch ihre Wahlerfolge in der letzten Zeit viele Posten dazu bekommen, aber relativ wenige Mitglieder. Deshalb ist es nicht ganz einfach alle in der Regel ehrenamtlichen Posten auch mit geeigneten Mitgliedern zu besetzen. Zum Vergleich: Während die Grünen im Kreisverband 170 Mitglieder haben, sind es bei der SPD rund 800 und bei der CDU knapp 700. zv