Harburg –  Der SPD-Distrikt Harburg-Mitte hat seinen Vorsitzenden Dr. Rainer Laugwitz im Amt bestätigt.

Das klingt nach einer klaren Entscheidung. Sie kam allerdings auf Umwegen zustande. Denn im ersten Wahlgang hatte Laugwitz zwar 22 Stimmen bekommen, sein Gegenkandidat Hakan Can aber ebenso viele.

Partei-Insider wissen, dass Can zu den „Fußtruppen“ gehört, also den Gefolgsleuten von Torsten Fuß. Die hatten vor fünf Jahren im Distrikt schon mal für Wirbel  gesorgt, als sie dem langjährigen Fraktionsvorsitzenden in der Bezirksversammlung Harburg  Jürgen Heimath die Gefolgschaft verweigerten und statt dessen den politischen Newcomer Martin Semir Çelik als  Spitzenkandidaten des Distrikts für die Bezirkswahl nominierten. Wenn Torsten Fuß, SPD-Bezirksabgeordneter und Dauer-Vorsitzender des Distrikts Harburg-Ost, gefragt wird, ob er alles im Griff habe, antwortet er meist kurz mit einem knappen „Ja“. Das  stimmt allerdings nicht immer, denn seit Jahren versucht Fuß vergeblich, im SPD-Kreis Harburg eine Mehrheit gegen den amtierenden Kreisvorsitzenden Frank Richter zu organisieren – meist hinter den Kulissen. Ein klassischer Strippenzieher also.

Diesmal hat es am Ende wieder nicht geklappt. Im zweiten Wahlgang stimmten erneut 22 Mitglieder für Laugwitz, aber nur 16 für Can. Drei Stimmen waren ungültig. Das Ergebnis sorgte für Tumulte, die  Unterlegenen zweifelten an der Rechtmäßigkeit des Wahlgangs. Doch Wahlleiter Michael Dose wies alle Einwände zurück. Die Bürgerschaftskandidatin Oksan Karakus wurde danach als stellvertretende Distriktsvorsitzende gewählt. ag