Heimfeld - Der Wolf schleicht durch Heimfeld. Gleich gegenüber dem Privathotel Lindtner waren zwei der Exemplare zu sehen.

Es waren Pappwölfe, mitgebracht von aufgebrachten Landwirten und Schäfern. Die waren nach Heimfeld gekommen, um vor dem Privathotel Lindtner, in dem drei Tage die Umweltminister der Bundesländer tagen, ihrem Ärger Luft zu machen.

Der Wolf ist ihr Problem. Das Raubtier, von dem es mittlerweile zwischen 1000 und 1300 Exemplare in deutschen Wäldern gibt, reißt immer wieder ihre Tiere. Und: Für Wölfe ist Deutschland so etwas wie ein Schlaraffenland, in dem sich Wolf ganz dem Fressen und dem Fortpflanzen hingeben kann. Um etwa 30 Prozent pro Jahr, so die Feststellung, steigt die Population an. Das ist eine Dynamik, die man so nicht erwartet hatte. Dagegen soll etwas getan werden. So sollen Wölfe gejagt werden, damit die Population auf ein verträgliches Maß gesetzt und auffällige Problemwölfe abgeschossen werden.

Im Gepäck hatten die etwa 50 Demonstranten Unterschriftenlisten, die ihr Ansinnen unterstützen. Übergeben wurde sie an Jens Kerstan, Grüner und für die Umwelt zuständiger Senator in Hamburg, der als Gastgeber der Umweltminister-Runde seine Amtskollegen Jan-Philipp Albrecht aus Schleswig-Holstein, Olaf Lies aus Niedersachsen und Till Backhaus aus Mecklenburg-Vorpommern. Zu den aufgebrachten Demonstranten geleitete. Die machten ihrem Ärger Luft.

Das es nicht ganz einfach wird mit den Problemwölfen, machten ihnen die Minister klar. Dabei geht es nicht nur um komplizierte Abstimmungsprozesse, EU-Recht und konträre Absichten. Es gibt auch praktische Hindernisse, die einem in einer Demokratie und Rechtsstaat Sorgen machen können. Der Abschuss, so erklärte Minister Lies, aus dem besonders von Wölfen geplagten Niedersachsen, sei nicht einfach. Das Kinderlied „Sonst wird Dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr“ ist schwer umsetzbar. Nicht weil die Jäger es nicht wollten oder könnten. Sie haben Angst. Angst vor Stigmatisierung und Rache radikaler sogenannter Tierschützer. zv