Harburg - Sophie Fredenhagen ist neue Bezirksamtsleiterin in Harburg. Am Montagabend wurde sie mit 26 Stimmen gewählt.

Das ist das denkbar knappste Ergebnis. Auch aus dem eigenem Lager müssen Abgeordnete mit "Nein" gestimmt haben. Rechnerisch hätte sie aus dem Bündnis aus SPD, Grüne und Linke 28 Stimmen bekommen müssen. Bei Vollzähligkeit sogar 29. Aber der SPD-Abgeordnete Arend Wiese war verhindert - zum Ärger seiner Fraktion.

Gleich nach der Wahl bekam die neue Bezirksamtsleiterin, die als erste Frau an der Spitze der Harburger Verwaltung steht, von alle Parteien Gratulationen. Die Wahl von Fredenhagen muss noch vom Hamburger Senat bestätigt werden. Das ist eine Formsache.

Die Sondersitzung der Bezirksversammlung dauerte deutlich länger, als erwartet. Um 18:30 Uhr waren die Abgeordneten zusammen gekommen. Insider hatten zuvor noch damit gerechnet, dass man in höchstens einer Stunde "durch" sei. Doch erst um 19:38 Uhr startete der geheime Wahlgang. 14 Minuten später wurde das Ergebnis verkündet. 26 Abgeordnete hatten für Fredenhagen gestimmt. "Na klar" sagte Fredenhagen, nachdem sie gefragt wurde, ob sie die Wahl annehme.

Für Fredenhagen hatte die SPD die Koalition mit der CDU platzen lassen und ist ein Bedarfs-Bündnis mit den Grünen und Linken eingegangen. Dass alle Abgeordneten, wie die SPD-Spitze verlauten ließ, geschlossen hinter Fredenhagen stehen, dürfte, wie das Ergebnis vermuten lässt, eine Fehleinschätzung gewesen sein.

"Es ist wie es ist", sagte ein sichtlich enttäuschter Uwe Schneider, Kreisvorsitzender der CDU nach der Wahl. "Sie ist eine der schwächsten Kandidaten, die sich jemalst auf den Posten beworben haben. Sie geht jetzt auch noch beschädigt ins Amt, da sie nicht die Stimmen erreicht hat, die sie hatten bekommen müssen. Das bedeutet, dass zumindest aus einer Partei aus dem Wahlbündnis nicht alle hinter ihr stehen." Schneider kündigte an, dass Fredenhagen keine "Schonzeit" bekommen werde. cb/ag/zv