Harburg –  Es ist noch nicht lange her, da stoppte eine Veto der Umweltbehörde das Projekt „Kletterpark in der Kuhtrift“. Begründung: In einem Landschaftsschutzgebiet

dürfen sich keine gewinnorientierten Betriebe ansiedeln. Und jetzt schlägt das Harburger Amt Stadt- und Landschaftsplanung für die Ansiedlung eines Luxus-Campingplatzes („Glamping“ oder „Glamourous Camping“) eine Fläche zwischen Schweenssand Hauptdeich und Neuländer Elbdeich vor – mitten in einem Landschaftsschutzgebiet.

Irre! Weiß die eine Behörde nicht, was die andere tut? Oder wurde hier mit zweierlei Maß gemessen, nur weil der Kletterpark-Investor als „wohlhabender Unternehmer“ einem Teil der Harburger SPD nicht passt?

Vermutlich ist die Erklärung viel einfacher. Bezirksamtssprecherin Bettina Maak versucht es: „Bei den im Wirtschaftsausschuss dargestellten Ergebnissen handelt es sich um Erkenntnisse eines ersten groben Flächen-Scannings. Eine Detailprüfung der Flächen wäre der nächste Schritt.“ Sie bestätigt, dass die Fläche im Landschaftsschutzgebiet Neuland liegt, ob dort Clamping angesiedelt werden könne, wäre dann gemeinsam mit der Umweltbehörde zu prüfen.

Stadtplaner Heiko Stolzenberg hatte sich auf die Suche nach geeigneten Flächen gemacht, nachdem die CDU-Bezirksabgeordneten Dr. Hanno Hintze und Martin Hoschützky Glamping als Trend entdeckt hatten und sich fragten, ob es im Bezirk so eine Fläche für einen Campingplatz mit höchstem Komfort gibt. Stolzenberg hatte neben der Fläche in Neuland zwei weitere Flächen in Moorburg und Altenwerder vorgeschlagen. Auch bei denen gibt es einen Haken: Sie liegen in Hafenentwicklungsgebiet. Und jeder weiß, dass die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) extrem sperrig ist, wenn es um fremde Nutzungen geht.

Also wurden drei Flächen präsentiert, die bei näherem Hinsehen kaum in Frage kommen. Oder hat das Bezirksamt diese Flächen einfach mal so in den Raum geworfen – um den Antrag der CDU abzuarbeiten und damit wieder loszuwerden? ag