Harburg – Die Harburger SPD trauert um Katharina Gajewski. Die frühere Bezirksabgeordnete aus Fischbek ist – wie erst jetzt bekannt wurde – schon

im Juli nach schwerer Krankheit im Alter von nur 61 Jahren gestorben.

Katharina Gajewski wuchs in Berlin auf, zog dann nach Hamburg. 1995 machte die Diplom-Sozialpädagogin Schlagzeilen, als sie hauptamtliche Frauenbeauftragte der Gemeinde Neu Wulmstorf wurde. Vor allem bei männlichen Ratspolitikern stieß sie auf große Skepsis, weil ihre Frauenpolitik nicht den traditionellen Rollenbildern entsprach.

Größten Respekt verschaffte sie sich, als die schwarz-gelbe Landesregierung 2005 verkündete, dass kleinere Gemeinden Themen der Gleichstellung auch ehrenamtlich „nebenbei“ erledigen könnten. So strich Neu Wulmstorf 2006 die Stelle, aber Katharina Gajewski machte ehrenamtlich weiter. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie sich nun als Familientherapeutin bei der Caritas in Hamburg.

Mit der neuen rot-grünen Landesregierung änderte sich auch die Frauenpolitik, Gemeinden mit über 20.000 Einwohnern gestand man nun wieder eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte, allerdings nur mit einer halben Stelle. Das war das Aus für Katharina Gajewski, sie konzentrierte sich jetzt auf die Arbeit bei der Caritas und als SPD-Abgeordnete in der Bezirksversammlung Harburg.

Schon schwer erkrankt entschied sie sich im Herbst 2018, nicht mehr für eine weitere Legislatur zu kandidieren. Im April 2019 nahm sie zum letzten Mal an einer Sitzung der Bezirksversammlung teil. Zum Abschied bekam sie einen Blumenstrauß. Es war ein Abschied für immer. ag