Harburg - Neue, digitale Technologien erleichtern unseren Alltag. Über Amazon können rund um die Uhr Produkte in Sekundenschnelle vor die eigene Haustüre bestellt werden und dank verschiedener Streaming-Dienste, stehen unzählige Videos und Songs zu jeder Zeit und an jedem Ort zur Verfügung.

Welche Folgen solche Veränderungen auf die Wirtschaft und auf das menschliche Verhalten haben, untersucht seit Oktober 2020 Professor Timo Heinrich am neu gegründeten Institut für Digital Economics an der Technischen Universität Hamburg. „Ich interessiere mich beispielsweise dafür, wie künstliche Intelligenz die Entscheidungsfindung unterstützt
kann, wie Menschen extreme Risiken bewerten und wie Kommunikation den Handel in digitalen Märkten erleichtert“, sagt der neue TU-Professor.

„Dafür nutze ich statistische Methoden, sowie Labor- und Feldexperimente.“ Künstliche Intelligenz und Vertrauen Mit seiner Forschung möchte Heinrich die Theorien des menschlichen Verhaltens im Kontext der Digitalisierung weiterentwickeln. Dafür befasst sich der Wissenschaftler unter anderem mit Reputations- und Kommunikationsmechanismen, wie sie bei eBay, Uber oder auch Airbnb genutzt werden. „Ich untersuche die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Anbieter, um zu verstehen, wie Vertrauen zwischen anonymen Akteuren entsteht“, erklärt der TU-Professor. In diesem Zusammenhang beleuchtet Heinrich auch die Rolle künstlicher Intelligenz in Form von Chatbots und virtuelle Agenten.

Heinrichs wissenschaftliche Karriere begann nach einem Studium der Wirtschaftsinformatik an der Universität Duisburg-Essen, wo er 2011 in Volkswirtschaftslehre promovierte. Neben Aufenthalten als Gastwissenschaftler in Spanien und den USA, leitete er dort von 2014 bis 2017 eine Forschungsgruppe und war zuletzt Assistant Professor an der Durham University in Großbritannien und Fellow am Wissenschaftskolleg in Greifswald. Um das neue TU-Institut für Digital Economics aufzubauen, zog es den gebürtigen Berliner schließlich an die Elbe. An Hamburg gefällt ihm besonders die Hafencity mit der Elbphilharmonie. Seine Freizeit verbringt er am Meer oder auf dem Fußballplatz.  (cb)