Harburg - Tobias Peper ist neuer Künstlerischer Leiter im Kunstverein Harburger Bahnhof.

Er trat den Posten Anfang Feburar an. Zuletzt hatte er seit 2015 am Kunstverein in Hamburg gearbeitet, wo er unter anderem Ausstellungen mit FORT, Katja Novitskova, Hannah Perry, Matheus Rocha Pitta und Prem Sahib kuratierte. Zuvor absolvierte er sein Volontariat am Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich und studierte Kunstgeschichte, Soziologie und Deutsche Philologie in Köln.

Bereits während des Studiums arbeitete er für die Kunstvermittlung des Museum Ludwig und die new talents – biennale cologne. Peper ist Mitherausgeber der ersten Monografien von Cana Bilir-Meier und Sarah Abu Abdallah und schreibt regelmäßig Beiträge in Katalogen zu zeitgenössischen Positionen. 2020 gab er gemeinsam mit Anja Dietmann das Pfeil Magazine #13 heraus, eine gedruckte Ausstellung zum Thema Mutter.

Mit seinem Programm, das sich der jungen Hamburger Kunstszene ebenso verpflichtet fühlt wie internationalen Strömungen und Debatten im Feld der Gegenwartskunst, möchte Peper an die Arbeit seiner Vorgänger anknüpfen. Unter seiner Leitung soll sich der Kunstverein Harburger Bahnhof auch weiterhin als lebendiger Ort des Austauschs über Kunst und damit verbundenen gesellschaftlichen Fragestellungen präsentieren.

Zu Beginn seines Ausstellungsprogramms richtet sich der Fokus auf den Umgang mit Krisen, persönlichen wie globalen, und auf die Frage danach, welche Erkenntnisse sich aus unvorhersehbaren Momenten des Zusammenbruchs bestehender Ordnungen gewinnen lassen.

Den Auftakt macht im September 2021 der dänisch-britische Künstler Adam Christensen, dessen Video- und Performancearbeiten ihren Ausgangspunkt oft in intimen und schmerzhaften Erfahrungen nehmen. Darauf folgt eine Einzelausstellung von Katja Aufleger, die in ihren skulpturalen Arbeiten häufig fragile Szenarien an der Grenze zum Kollaps beschreibt.

Im Frühjahr 2021 präsentiert der Kunstverein Harburger Bahnhof drei junge Malerinnen. Ab April wird Elif Saydam in einer großen Einzelausstellung zu sehen sein. Anschließend zeigt der Kunstverein Laura Ziegler und Maximiliane Baumgartner in einer Doppelausstellung.

Parallel zum Programm im Wartesaal werden auch vier Wandvitrinen in das Ausstellungsprogramm des Kunstvereins mit einbezogen, die sich auf Gleis 3 und 4 als zugängliche Ausstellungsflächen befinden. An diesem Spielort werden Projekte realisiert, die sich mit der Bahnhofsrealität auseinandersetzen und den Kunstverein als Institution in diesem Gefüge befragen. dl