Harburg – Jetzt kommt die Ausstellung in der Ausstellung: Für die letzte Ausstellungswoche von Phung-Tien Phans Ausstellung „Café Chardonnay

– alles nehmen“ im Kunstverein Harburger Bahnhof wandelt sich die Einzelausstellung zu einer Gruppenausstellung: Die Künstlerin hat elf weitere Künstler*innen eingeladen, ihre Arbeiten zu zeigen. Hierfür verlassen einige von Phans Arbeiten die Ausstellung, während andere im neuen Kontext verbleiben.

Zwischen jugendlicher Suche, Frustration und Emotionalität steht noch immer die Frage nach dem Platz, den man in seinem Leben einnehmen will, im Zentrum - eine Balance zwischen Normalität und Brutalität, ein Pendeln zwischen extremen Anforderungen in einer affektsuchenden Gesellschaft.

Aus leeren Wohnräumen öffnen sich Ausblicke auf dramatische Sonnenuntergänge und kontrastieren die Banalität des Innenraums. Überhaupt spielt dieses Verhältnis zwischen verschiedenen Realitäten und Sehnsüchten eine große Rolle: Nine to Five arbeiten, Normalo sein und dann am Wochenende: Rave. Oder auch Preppen wie in Verena Hahns Dokumentarfilm. In Geschlechteridentitäten (Lilli Thießen), dem räumlichen und subjektiven Interieur (Frieder Haller) ebenso wie in Intimitäten (Robert Brambora) zeigt sich diese bedrückende Enge von Realitäten.

War Phans Ausstellung zuvor vielleicht eine Art sinnbildlicher Mittelweg par excellence, zeigt sich nun vor allen Dingen die Balance zwischen Normalität und Brutalität und ein Pendeln zwischen extremen Anforderungen in einer affektsuchenden Gesellschaft.

Die Schau im Harburger Bahnhof ist vom 26. September bis 4. Oktober zu sehen. Die Eröffnung findet am Freitag, 25. September, um 19 Uhr statt.  (cb)