Harburg – Am 1. Oktober 2016 hat Rieckhof-Chef Jörn Hansen sein Glück gefunden – denn  er hatte von nun die GMH an seiner Seite. Und das hat seine Arbeit

als Geschäftsführer des Harburger Stadtteil- und Kulturzentrum mehr als 30 Jahre nach dessen Gründung ein wenig sorgenfreier gemacht.  Die Fachleute von der städtischen Gebäudemanagement Hamburg GmbH kümmern sich nämlich seit vergangenem Herbst um das Rieckhof-Gebäude, sorgen dafür, dass es baulich in Schuss bleibt. Im Kulturausschuss der Bezirksversammlung berichtete Jörn Hansen nun nach einem Antrag der Neuen Liberalen über seine Erfahrungen mit dem neuen Partner. „Ich bin darüber sehr, sehr glücklich“, sagt Hansen.

Vor dem Vertragsabschluss zwischen Bezirksamt und GMH musste Hansen, der sein Amt als Rieckhof-Geschäftsführer nun wahrlich nicht als Handwerker angetreten hatte, sich um alles selber kümmern und sich dann auch noch mit Mitarbeitern des Bezirksamts auseinandersetzen, die fachlich sicher etwas drauf hatten  – mit Sicherheit aber keine Baufachleute waren. Hansen: „Das machte alles komplizierter, vor allem, weil auf diesem Wege auch die Finanzierung jeder einzelnen Maßnahme zum Erhalt des Gebäudes geklärt werden musste.“

Dass der Rieckhof, der in den mehr als 30 Jahren nach der Gründung nie eine Etaterhöhung bekommen hatte und unter anderem auch alle Tariferhöhungen irgendwie abfedern musste, in eine dramatische finanzielle Schieflage geriet, war vorhersehbar. Hansen nannte im Ausschuss eine Zahl, die verdeutlicht, was das konkret heißt: „Um alle gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsauflagen zu erfüllen, müssen wir im Jahr allein 23.000 Euro an Prüfgebühren aufbringen.“ Hätte sich nichts geändert, hätte Hansen den Rieckhof spätestens Mitte 2018 dicht machen müssen. Es hat sich aber einiges geändert: Erst die Partnerschaft mit der GMH, dann zu Beginn des Jahres die Nachricht, dass die Kulturbehörde die Förderung um jährlich 50.000 Euro erhöht.

Das hat sich auch auf die Programmgestaltung des Rieckhofs ausgewirkt. Hansen: „Früher galt für uns immer die Regel: Wenn wir für die Künstler zum Beispiel allein 1000 Euro an Gagen zahlen, sollten wir 1080 Euro durch Eintrittsgeld reinholen.“ Jetzt könne man mutiger sein, nicht nur inhaltlich, sondern auch finanziell. Oder: Statt Veranstaltungen, die garantiert die Kassen füllen, kann es auch mal etwas Anspruchsvolleres geben. Das muss ja nicht zwangsläufig ein Flop werden. ag

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