Harburg - Wer sein Kind oder sich selbst bei einem vagen Corona-Verdacht, also ohne eindeutige Symptome,

testen lassen will, hat es im Bezirk Harburg nicht leicht. Das geht aus der Antwort des Senates auf eine Kleine Anfrage der Bürgerschaftsabgeordneten Birgit Stöver (CDU) hervor. Beispielsweise kann niemand Auskunft geben, welche der 92 Haus- und 21 Kinderärzte im Bezirk Harburg Corona-Tests durchführen. Nicht einmal die Kassenärztliche Vereinigung, so die Antwort des Senates, habe einen Überblick. Das Gesundheitsamt lehne Testungen mit Hinweis auf Zuständigkeiten ab. "Das ist, vor allem für Eltern, die berufstätig sind, ärgerlich und nicht bürgerfreundlich", meint Stöver. 

"Mir ist bekannt, dass längst nicht alle Ärzte bereit sind, Corona-Tests in der eigenen Praxis durchzuführen und auf die Testzentren verweisen, weil die Angst besteht, dass bei einem Positiv-Fall im Rahmen der Quarantänemaßnahmen dann Probleme mit dem Praxisbetrieb entstehen, so Stöver. Wer die Hotline 116 117 anrufe, werde, solange nicht deutliche Symptome vorliegen, ebenfalls auf die Testzentren verwiesen. "Hier im Süden Hamburgs gibt es kein einziges Testzentrum. Bis vor kurzem waren die lediglich in Altona und Farmsen. Das bedeutet für Harburger oder Neugrabener, dass sie sehr lange Anfahrtswege in Kauf nehmen mussten. Erst kürzlich kam das zwar besser erreichbare, aber immer noch nördlich der Elbe liegende Testzentrum am Hamburger Hauptbahnhof dazu."

Eine Alternative ist das DRK Hamburg-Harburg. "Wir machen auch Hausbesuche", sagt Geschäftsführer Harald Krüger. Der Test an sich dauere "keine Minute". Das Ergebnis sei innerhalb von 24 Stunden verfügbar. Unter der Telefonnummer 040 / 554449222 können Termine für den Test vereinbart werden. Allerdings kann der Test, wie auch in den Testzentren, kostenpflichtig sein. zv