Harburg – Der Binnenhafen bekommt einen neuen Hot Spot: Die Familie Mönke, bekannt durch die Paletten-Service Hamburg AG,

baut auf ihrem Firmengelände zwischen Blohmstraße und  Ziegelwiesenkanal zwei Bürohäuser und ein 166-Betten-Hotel mit jungem, frischen Konzept. Der Clou: Das unter dem Namen „Aqua2 Dock“ laufende Projekt lockt mit einer großen Hotelbar, einem Gourmet-Restaurant und einer attraktiven Außengastronomie mit Blick auf Ziegelwiesenkanal und Lotsekanal. Die Verträge für das 46-Miillionen-Euro-Projekt sind Ende vergangener Woche unterschrieben worden.

Projektentwickler Heinrich Wilke von der Imentas Immobilienpartner GmbH war es gelungen, die familiengeführte Hotelgruppe NOVUM Hospitality für den Standort Harburger Binnenhafen zu begeistern. Das Hotel wird unter der Marke „the niu“ an den Start gehen. Auf der Homepage der Marke wird das Besondere dieser Hotels so beschrieben: „Jedes the niu erzählt eine überraschende Geschichte – inspiriert von der Nachbarschaft und von Kunst, Zeitgeist und Historie geformt.“

"Wir haben einen Betreiber gefunden, der unbedingt an den Standort Harburger Binnenhafen will", sagt Ingo Mönke, Vorstandsvorsitzender der Paletten-Service Hamburg AG. Bei der Auswahl sei man mit sehr viel Sorgfalt vorgegangen. "Wir sind Harburger", sagt Mönke über die Familie. "Damit sind wir uns auch unserer Verantwortung für den Standort bewusst. Es sollte ein Betreiber sein, der das Engagement mitbringt, aber auch die Kraft hat, so ein Hotel gut und dauerhaft zu betreiben."

Unterschrieben wurde ein 20 Jahre-Mietvertrag mit zwei Verlängerungsoptionen über je fünf Jahre. Das Hotel soll sich auch thematisch in die Umgebung einfügen. "Das Thema wird Holz und Hafen sein", sagt Mönke. Eine Rolle werden dabei die jetzt noch am zukünftigen Hotelstandort stehenden Hallen spielen. "Wir beginnen damit sie vorsichtig zu entkernen und die alten Holzbalken zu retten. sie werden eine Rolle bei der Dekoration spielen."

Die Nachbarschaft, das sind in diesem Fall die Fischhalle von Werner Pfeifer und der Speicher am Kaufhauskanal von Henry C. Brinker, vor allem aber die Uferpromenade, die jeder Investor im Binnenhafen anlegen muss. Auf der Promenade kann man – vorbei an Becker Marines – zum Hamburg Innovation Port (HIP) flanieren. Wilke: „Die Aufenthaltsqualität dieses Bereichs wird enorm gesteigert. Wir wollen das noch verstärken, denken zum Beispiel an einen Schwimmponton für Sport oder Kulturveranstaltungen.“

Von der Uferpromenade vor dem Hotel fällt der Blick auch auf das gegenüberliegende Ufer des Lotsekanals. Dort steht eine alte Backsteinhalle, in der zurzeit die Freiwillige Feuerwehr Harburg und auch ein paar Schläuche der Wasserschutzpolizei untergebracht sind. Daneben steht eine weitere marode Halle, auf dessen Laderampe ein witziger Weihnachtsmann auch im Sommer Wache schiebt. Für beide Hallen soll es schon Interessenten geben. Einer von ihnen kann loslegen, sobald die Feuerwehr in ihr neues Domizil an der Seehafenbrücke gezogen ist.

Noch ein Hotel im Binnenhafen? Immerhin sind mit dem HIP Hotel von Arne Weber, dem Hotel hinter dem Goldenen Engel, dem Hotel der CG Gruppe im Quartier Neuländer Quarree und dem „Hotel Hafen Harburg“ der Nord Project Real Estate GmbH (übernommen von der Lorenz Gruppe) mindestens vier weitere Projekte in der Pipeline. „Der Bedarf ist sicher vorhanden“, sagt Citymanagerin Gitte Lansmann. Der Bezirk müsse sich darauf einstellen, dass künftig viel mehr Touristen durch Harburg laufen. Deshalb würde sie es begrüßen, wenn die touristische Infrastruktur in Harburg verbessert wird.

Baubeginn für das „Aqua2 Dock“ soll im zweiten Halbjahr 2020 sein, die Fertigstellung ist für das zweite Halbjahr 2022 geplant. Büros und Hotel werden nach dem Entwurf des Büros Schenk + Waiblinger Architekten gebaut, das auch die Pläne für die Neubauten auf dem Grundstück des Harburg Centers und am Westrand der Wochenmarktfläche Sand entwickelt hat. ag