Harburg – Es ist das nächste große Ding für den Binnenhafen: Projektentwickler Arne Weber, Geschäftsführer und Inhaber des

Harburger Bauunternehmens HC Hagemann, baut am Westlichen Bahnhofskanal das größte Hotel Hamburgs. 600 Zimmer im Industriedesign, eine einzigartige Sinusfassade mit Graffitimuster, Hafenblick für alle Zimmer dank eines Zick-Zack-Grundrisses und eine stündlich fahrende Schnellfähre zur Elbphilharmonie und den St. Pauli Landungsbrücken sorgen für jede Menge Alleinstellungsmerkmale. Bis zum Jahreswechsel 2020/21 soll das Hotel fertig sein.

„Wir haben nachgedacht und das Hotel neu erfunden“, sagt Weber. Deshalb werde auf einiges verzichtet, was herkömmliche Hotels teuer mache und die Betriebskosten in die Höhe treibe. So soll es in dem Hotel keine großartige Gastronomie geben, der Vorteil: Auf aufwändige Kühlräume für die Lebensmittel kann verzichtet werden. Der Verzicht auf ein Restaurant dürfte bei den Gastronomen in der Nachbarschaft durchaus für leuchtende Augen sorgen. sie dürften von dem Hotel in großem Umfang partizipieren.

Statt eines Restaurants hat Architekt Heiner Limbrock im Erdgeschoss einen 1000 Quadratmeter großen „Multifunktionsraum“ für Empfang, Frühstück, Veranstaltungen und eine große Bar vorgesehen. Noch etwas soll im Hotel anders werden: Es wird keinen täglichen Tausch der Bettwäsche geben. Weber: „Wenn die Touristen abends unterwegs waren, wollen sie morgens ausschlafen und nicht vom Room Service geweckt werden.“ Neue Bettwäsche gibt es erst nach der Abreise.

Weber hat das Hotel konzeptionell an den Hamburg Innovation Port (HIP) angelehnt, das nur einen Steinwurf entfernt an der Blohmstraße gebaut wird. Diese Verbindung macht sein Hotel nicht nur zur ersten Adresse für Kongresse und Veranstaltungen im HIP, gleichzeitig wird das Innovationszentrum auch zum Namensgeber für das Hotel. Es soll „HIP Hotel Hamburg“ heißen und weckt damit zusätzlich positive Assoziationen mit dem weltweit angesagten Adjektiv „hip“.

Dazu passt auch die Idee mit dem Graffiti. Das liest sich in der Presseinfo von HC Hagemann so:  „Tagsüber erhellt die geschosshohe Verglasung im Sockelbereich den Innenraum mit gestreutem Licht, während  in der Abenddämmerung die Fassade von innen heraus zu leuchten beginnt. Für echte Hingucker sorgen die bunten Graffitimuster, die sich auf die Fassade projizieren lassen."

Der Verzicht auf Luxus und die Konzentration auf Zweckmäßigkeit lassen Weber hoffen, mit einem Zimmerpreis von 70 Euro an den Start gehen zu können. Welche Auswirkungen so eine Kampfansage auf andere Hotelprojekte im Binnenhafen hat, wird sich zeigen. Weber will jedenfalls Ende 2019 mit dem Bau beginnen, das Bezirksamt arbeitet bereits an der Baugenehmigung.

Das HIP Hotel Hamburg wird zwischen Westlichem Bahnhofskanal und Segel Raap gebaut. Muss der Traditionsbetrieb weichen? „Nein“, sagt Weber. Harburgs Baudezernent Jörg Penner hat allerdings in der jüngsten Sitzung der Begleitgruppe zur Entwicklung des Binnenhafens von Gesprächen über eine Verlagerung berichtet. Weber: „Dann würde wir eben noch größer bauen.“ ag