Harburg - Kurz nach seinem 90. Geburtstag ist die Harburger Spieler- und Trainer-legende Horst Offenhauser gestorben. Um ihn trauern außer seiner Familie zahlreiche Harburger Fußball-Fans.
Seine Kicker-Karriere begann beim SV Rönneburg, wo "Hoddel" bereits im Alter von neun Jahren mit dem Fußballspielen begann. Im Jahr 1951 wechselte er in die Jugendabteilung des Harburger Turnerbunds (HTB).
„Hoddel“ wurde schon bald Jugend-Auswahlspieler, bevor er bereits früh in der Ligamannschaft des Turnerbunds eingesetzt wurde. In den Jahren1955 bis 1957 kickte er für Teutonia Uelzen und kehrte anschließend zur Jahnhöhe zurück, wo der Außenstürmer und als „Laufwunder“ bezeichnete Kicker gleich dreimal (1959, 1960 und 1961) an den Entscheidungs- und Aufstiegsspielen zur Oberliga Nord teilnahm.
Sein Treffer zum 1:0 gegen Rasensport Harburg (heute Harburger Sport-Club) im St.-Pauli-Stadion am Millerntor vor 14.000 (!) Zuschauern sicherte dem Turnerbund 1960 den Einzug in die Aufstiegsrunde.
In der Fußball-Vereinshistorie des Harburger Turnerbunds nehmen die 1960er-Jahre einen besonderen Platz ein. Es gab damals eine Generation von begabten „Eigengewächsen“, zu denen auch Horst Offenhauser gehörte. Sie prägten das Bild einer Ligamannschaft, die im Hamburger Amateurfußball zu den führenden Teams gehörte.
Wie populär und beliebt diese Kicker-Generation der talentierten ehemaligen Harburger Straßenfußballer um Oskar „Ogger“ Lewandowski, der es bis zum deutschen Amateur-Nationalspieler brachte, Werner „Mora“ Menk, Rolf Usko, Jürgen Neudorf (DFB-Jugendnationalspieler) sowie Georg Schmidt, „Hoddel“ Offenhauser und Torhüter Horst Wegener besonders in Harburg, aber auch überregional war, das können sich die Spieler von heute kaum noch vorstellen.
Und erst recht nicht, dass noch Ende der 1950er- und Anfang der 1960er Jahre zu den Punktspielen der höchsten Hamburger Amateurklasse oft bis 5000 und sogar 8000 Zuschauer für Stimmung auf den Plätzen sorgten. Das änderte sich danach auch deswegen, weil sich die Menschen im Nachkriegs-Deutschland später Autos anschaffen konnten und lieber Ausflüge mit der Familie unternahmen als zum Sportplatz zu pilgern.
1964 wechselte Offenhauser in die Regioalligaelf von Rasensport, wo er dann auch seine aktive Laufbahn beendete. Anschließend schlug er seine erfolgreiche Trainerlaufbahn ein. 1971/72 bei der Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft (HNT), 1972/80 und 1983/85 bei der Freien Spielvereinigung (FSV) Harburg, die er von der Kreisliga bis in die Landesliga führte. 1980 bis 1982 wirkte "Hoddel" beim Harburger SC und anschließend 1985 bis 1987 bei Viktoria Harburg sowie von 1987/89 beim FC Ellas.
Für Offenhauser, der eher zu den ruhigeren Vertretern seiner Zunft gehörte und der als Prokurist bei der renommierten Harburger Brennstofffirma Mulch im Binnenhafen umsichtig die Geschäfte führte, war der Fußball eine Herzensangelegenheit. Mit ihm verliert die Harburger Fußballfamilie einen gradlinigen Sportler und aufrechten Freund, der es als Trainer mit pädagogischem Geschick verstand, die Fähigkeiten seiner Schützlinge durch gezielte Ansprache zu wecken und sie durch sein abwechslungsreiches Training zu begeistern.
Von Horst Offenhauser ist auch überliefert, dass er als sehr ehrgeizig galt. Während andere Kicker vor Spielen am Wochenende-Vorabend nicht immer superpünktlich im Bett lagen, zog er es vor, pünktlich schlafen zu gehen und grundsätzlich auf Alkohol zu verzichten.
Offenhauser wird allen, die seinen Weg begleiteten, in dankbarer Erinnerung bleiben. Das Mitgefühl des Harburger Turnerbunds gilt vor allem auch seinen Angehörigen.



