Initiative Gedenken in Harburg: Morgen werden 12 neue Stolpersteine verlegt
Die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig gelten inzwischen als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.  Foto: Christian Bittcher
Die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig gelten inzwischen als das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Foto: Christian Bittcher
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Initiative Gedenken in Harburg: Morgen werden 12 neue Stolpersteine verlegt

Harburg - Am morgigen Sonnabend, 15. August, werden in Harburg 12 neue Stolpersteine verlegt. Davon erinnern 11 Steine an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus Opfer der Morde an kranken und behinderten Menschen wurden. Mit der Verlegung setzt die ‚Initiative Gedenken in Harburg‘ ein Zeichen gegen das Vergessen und macht die Schicksale der Betroffenen wieder sichtbar - dort, wo sie einst lebten. Die Stolpersteine wurden von dem Künstler Gunter Demnig nach den biografischen Daten gefertigt, die Mitglieder der ‚Initiative Gedenken in Harburg‘ ermittelt haben.

Die 11 Stolpersteine erinnern an Menschen, die aus ihrem vertrauten Lebensumfeld gerissen, in sogenannte Heil- und Pflegeanstalten eingewiesen und schließlich ermordet wurden. Hinter jedem Stein steckt eine persönliche Geschichte mit einem Leben, das durch die menschenverachtende Ideologie des NS-Regimes gewaltsam beendet wurde. Der 12. Stolperstein erinnert an ein Opfer brutaler polizeilicher Gewalt, an Richard Salomon, der am 13.06.1935 verstorben ist, 2 Tage nach seiner Entlassung aus dem Untersuchungsgefängnis Holstenglacis in Hamburg.

Die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig gelten inzwischen als das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Allein in Harburg werden es nach abgeschlossener Verlegung 260 Stolpersteine sein. Sie erinnern an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Neben jüdischen Bürgerinnen und Bürgern, politisch Verfolgten, Sinti und Roma oder Homosexuellen wird auch der Opfer der sogenannten ‚Euthanasie‘ gedacht – eines systematischen Mordprogramms, dem mehr als 200.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen, geistigen Behinderungen oder anderen Beeinträchtigungen zum Opfer fielen. Die Nationalsozialisten bezeichneten ihre Verbrechen zynisch als ‚Euthanasie‘, tatsächlich handelte es sich um planmäßig organisierte Morde.

Die Verlegung am 15. August wird gegen 10 Uhr vor dem Haus Schloßmühlendamm 32 mit dem Stolperstein für Richard Salomon beginnen, für den der Integrationsrat Harburg die Patenschaft übernommen hat.