Von Harburg nach Mainz: Jubiläumstour des Weissen Rings startete Sonntag an der Außenmühle. Foto: Lenthe-Medien
Von Harburg nach Mainz: Jubiläumstour des Weissen Rings startete Sonntag an der Außenmühle. Foto: Lenthe-Medien
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Harburg: Jubiläumstour des Weissen Rings startet an der Außenmühle

Harburg/Wilstorf. Mit einer klaren Botschaft und viel gemeinschaftlichem Elan ist am Sonntagvormittag die Jubiläumstour des Radsportteams Weisser Ring an der Harburger Außenmühle gestartet. 14 Fahrerinnen und Fahrer machten sich – begleitet von zwei Fahrzeugen – auf den rund 600 Kilometer langen Weg nach Mainz, um auf sechs Etappen quer durch Deutschland auf die Situation von Kriminalitätsopfern aufmerksam zu machen.

Nach einem gemeinsamen Frühstück setzte sich das Team pünktlich um 10 Uhr in Bewegung. Die erste Etappe führt über rund 104 flache Kilometer nach Bremen. „Es ist mit Gegenwind zu rechnen, außerdem ist leichter Nieselregen möglich“, sagte Teamleiter Jens Österreich vor dem Start. Gegen 15.30 Uhr wird die Gruppe am Ludwig‑Franzius‑Platz erwartet, wo ein Informationsstand geplant ist.

Am zweiten Tag geht es weiter nach Osnabrück, bevor die Fahrerinnen und Fahrer am dritten Tag die rund 109 Kilometer lange Strecke nach Dortmund bewältigen. Die vierte Etappe führt über etwa 89 Kilometer nach Köln – mit rund 750 Höhenmetern eine anspruchsvolle Passage. Am Kölner Dom wird das Team ebenfalls an einem Informationsstand des Weissen Rings empfangen.

Von Köln aus führt die fünfte Etappe über 93 Kilometer nach Koblenz. Zum Abschluss wartet die schwierigste Strecke der Tour: 82 Kilometer und rund 1.010 Höhenmeter bis nach Mainz. Steigungen von bis zu acht Prozent verlangen den Teilnehmenden auf dem Weg zum Gutenbergplatz noch einmal alles ab.

Insgesamt legt das Team rund 597 Kilometer zurück. Die Ankunft in Mainz ist für den 25. September vorgesehen. Einen Tag später nimmt das Radteam an den Feierlichkeiten zum 50‑jährigen Bestehen des Weissen Rings teil.

Botschaft der Solidarität

Der Start an der Außenmühle markiert den Auftakt einer besonderen Reise. Denn die Tour ist weit mehr als ein sportliches Projekt: Sie soll Aufmerksamkeit schaffen für Menschen, die Opfer von Kriminalität geworden sind. An allen Etappenzielen sind Informationsstände und Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern geplant. Dort soll über Opferhilfe, Prävention und gesellschaftliche Verantwortung gesprochen werden.
Schon beim Aufbruch in Harburg wurde deutlich, was die Fahrt auszeichnet: Gemeinschaft, Engagement und der feste Wille, Betroffenen eine Stimme zu geben. Die 14 Teilnehmenden treten stellvertretend für die vielen Haupt- und Ehrenamtlichen in die Pedale, die sich beim Weissen Ring für Opfer einsetzen.

Mainz als symbolisches Ziel

Dass die Tour in Mainz endet, ist bewusst gewählt. Dort wurde der Weisse Ring am 24. September 1976 von 17 Gründungsmitgliedern um den Journalisten Eduard Zimmermann ins Leben gerufen. Bis heute befindet sich in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt die Bundesgeschäftsstelle der Organisation.

Die Fahrt verbindet damit die Gegenwart mit den Wurzeln des Vereins. Was vor 50 Jahren begann, ist heute Deutschlands größte Hilfsorganisation für Menschen, die von Kriminalität und Gewalt betroffen sind. Die Jubiläumstour macht diese Entwicklung sichtbar – Kilometer für Kilometer und Begegnung für Begegnung.

Wenn das Team am Gutenbergplatz in Mainz eintrifft, endet die sportliche Reise. Die Aufgabe, Kriminalitätsopfern beizustehen, bleibt jedoch bestehen.