Harburg - Die S-33 als Ringlösung, die durch eine Querung im Bereich Waltershof Richtung Altona die bisherige S-Bahnstrecke,

die Hamburgs Süden an Hamburg anbindet, zu einem Kreisverkehr macht. Das ist der Vorschlag von Frank Wiesner, Verkehrsexperte der SPD und Harburg und Metin Hakverdi, Bundestagsabgeordneter der SPD.

Was ein bisschen spinnert, aber von der Sache her sehr charmant klingt, ist gar nicht so abwegig. Erstmal: Geld wäre da. „Auf Bundesebene sind die Weichen für die Zukunft neu gestellt. Im Deutschen Bundestag haben wir es gesetzlich möglich gemacht, dass der Bund große Teile des Ausbaus des Nahverkehrs finanzieren kann. Dafür setzte ich mich ein", so Hakverdi. Das weckt natürlich nicht nur in Hamburg Begehrlichkeiten. Da öffentlicher Nahverkehr jetzt vom Bund finanziert werden kann, wird es bundesweit ein Gerangel um die Gelder geben.

Das Projekt "S33 Ringlösung" hat dabei gute Chancen. In Hamburg wird es nicht nur dem Bezirk Harburg Vorteile bringen. Der Bezirk Mitte, insbesondere Finkenwerder, wird direkt durch eine bessere S-Bahnanbindung und Wilhelmsburg durch eine Entlastung partizipieren. Ganz Hamburg wird Vorteile haben, weil der Hauptbahnhof deutlich entlastet wird. Damit haben auch Pendler aus anderen Bereichen der Stadt Vorteile. Das ist ein guter Grund, dass zumindest eine Machbarkeitsstudie in der kommenden Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen aufgenommen wird, die übrigens auch vom Bund finanziert werden würde.

Überregional sieht es ebenfalls gut aus. Niedersachsen dürfte sich, das haben erste Signale ergeben, sich ebenfalls für das Projekt stark machen, weil auch der gesamte Bereich an der S3 bis Stade von der Ringlsöung profitiert.

Der Süden der Stadt könnte diese Verbindung ohnehin gut gebrauchen. Es würde vor allem den Süderelbebereich, in dem mehrere große städtebauliche Wohnprojekte umgesetzt werden, die zu einem deutlichen Bevölkerungsanstieg - bislang ganz ohne schlüssiges passendes Verkehrskonzept - führen.

Führen soll die Strecke der S33 von Bostelbek über Hausbruch, Moorburg, Waltershof, dann durch einen Tunnel an das andere Elbufer und von dort direkt zum Bahnhof Altona, wo die S-Bahn an das bereits vorhandene Streckennetz andockt.

Rund zehn Kilometer wäre laut Wiesner die Strecke von Bostelbek bis Altona lang. Dabei könnte man etwa sieben Kilometer bestehende Hafenbahnstrecke einbeziehen, die bereits elektrifiziert ist, wobei die S-Bahn, wie raus nach Stade, die Oberleitung nutzen könnte.

Neu gebaut werden müssten vor allem der Tunnel, die Haltestelle und die Abzweigung von Bostelbek Richtung Norden. Damit wäre es nach heutigen Maßstäben bereits ein Milliardenprojekt, wobei der Tunnel etwa die Hälfte der Kosten ausmachen würde.

Bleibt eine Frage. Wie lange dauert das? Optimisten sprechen von knapp zehn Jahren. Pessimisten sind eher bei 50 Jahre, womit im schlechten Fall das Projekt für die meisten lebenden Harburger wenig oder gar keine Relevanz mehr haben dürfte.

"Man muss schnell damit anfangen", sagt Wiesner. "Wir brauchen vor allem eine Machbarkeitsstudie, um möglichst zeitnah fundiert das Projekt diskutieren und Entscheidungen treffen zu können." zv