Sinstorf - Anwohner sind wenig begeistert: An der Marmstorfer Poststraße entstehen gerade Containerwohnungen.

Nach dem "Lego-Prinzip" errichtet dort 40 feet development ein Mehrsinglehaus mit 13 Wohneinheiten. Der Name der Firma aus Berlin kommt nicht von ungefähr. Die Hülle der Wohnungen sind ausrangierte Seecontainer, die mal als Studentenappartement oder Module für Hotels und Hostels angeboten werden. Natürlich ist die Raumlösung, Wohnbereich hinter der Zugangstür, dann ein schmaler Sanitärbereich, dann ein Gang und hinten der Schlafbereich "intelligent". Im Binnenhafen, so scheint es, schwebt dem Unternehmen der Bau ganzer Wohnblöcke aus Containern vor. Die Politik hat für solche Pläne Widerstand angekündigt.

In Sinstorf, so kann man auf der Internetseite des Unternehmens nachlesen, ist weniger von Studenten als Bewohner der Container die Rede. Sinstorf bekommt ein Sozialwohnungsprojekt für junge Erwachsene, die sonst keinen Wohnraum finden.

"Für die Menschen, die dort bereits wohnen, ist dieses Projekt eine Ohrfeige. Es passt überhaupt nicht in die Gegend", sagt CDU-Mann Rainer Bliefernicht, der als Marmstorfer selbst in der Nähe wohnt.  Man habe das Bauprojekt aber nicht verhindern können. Der Regionalausschuss habe es "durchwinken" müssen.

Anwohner stören sich ebenfalls an der Architektur. Hier versucht das Unternehmen zu beruhigen: "Das Gebäude bekommt eine Holzverkleidung und ein Satteldach. In der Rohbauphase, die wir jetzt haben, sieht noch kein Gebäude schick aus", sagt Deneke, Partner bei 400 feet development. Sozialer Wohnungsbau sei bewusst gewählt worden. "Ich invesstiere mein Geld in solche Projekte. Es gibt Menschen, die nicht so viel Glück haben wie ich." Die Containerbauweise hält er für einen Vorteil für die Anlieger. Die Bauzeit, der damit verbundene Lärm und andere Unannehmlichkeiten würden auf ein deutlich geringeres Maß, als beim konventionellen Wohnungsbau, reduziert.

Das Containerhaus in Sinstorf wirkt wie ein "Vorspiel". Animationen auf der Internetseite der Firma zeigen Wohnblöcke aus Containern im Binnenhafen auf der Schloßinsel, direkt am Lotsekai. Dort stapeln sich die zum Wohnraum umgebauten Transportbehälter über sechs Etagen.

In der Politik ist man verblüfft. "Dieses Projekt wurde weder im Stadtplanungsausschuss vorgestellt, noch ist es sonstwo Thema gewesen", sagt der Fraktionsvorsitzende der CDU, Ralf-Dieter Fischer. Man werde alles tun, um solche Gebäude zu verhindern. Auch Jürgen Heimath (SPD) ist ebenfalls irritiert: "Was den Binnenhafen angeht ist wohl mehr der Wunsch der Vater des Gedanken." Einen Bauantrag soll es nicht geben. Das Gelände ist aber ausgeschrieben.

Nebenbei taucht ein Verdacht angesichts der konkreten Animationen auf: Es wurde bereits an der Politik vorbei das Projekt "angeschoben". Dem widersprichtdas Unternehmen. Es handelt sich bei den Animationen um das Ergebnis bereits länger zurückliegender Gedankenspiele für ein Hotel, das aber aber nach jetzigem Stand nicht realisiert werde. zv