Wilstorf - Der wegen eines geplanten Terroranschlags festgenommene 20 Jahre alte Abdurrahman C. war regelmäßiger Besucher der Taqwa-Moschee an der Anzengruberstraße. Die Moschee gilt als Nachfolger der berüchtigten Al-Kuds-Moschee am Steindamm, die wegen ihrer Rolle um die Terrorpiloten um Mohammed Atta geschlossen wurde. Atta und mehrere maßgebliche Komplizen sowie Unterstützer lebten in Harburg.

Die Taqwa-Moschee ist seit ihrer Eröffnung der Anlaufpunkt für die salafistische Szene in Hamburg. Pikant: Der festgenommene Abdurrahman C. ist Sohn eines der führenden Köpfe der Al-Kuds-Moschee. Aufgewachsen ist der 20-Jährige in Billstedt. Sein Vater, der seit Jahrzehnten als Gefährder geführt wurde, lebt wieder in Marokko.

Abdurrahman C. war 2016 mit in den nordafrikanischen Staat gezogen, kam aber letzten November zurück nach Hamburg. Bis auf die Moschee an der Anzengruberstraße hatte er keine bekannten Anlaufpunkte im Bezirk Harburg. Allerdings hatte er Kontakte zu Protagonisten rund um die Terrorzelle um Atta und teilweise zu deren Söhne, die aktuell in Hamburg aber alle nicht im Bezirk Harburg wohnen.

Die Moschee in der Anzengruberstraße ist seit Jahren unter Beobachtung des Verfassungsschutzes, da sie Anlaufpunkt für politischen Salafisten, insbesondere für den
jihadistisch-salafistsiche Klientel ist. 2016 wurde die Moschee im Rahmen einer größeren Aktion durchsucht. Verboten werden kann sie nicht.

Abdurrahman C. war bereits im August, etwa zwei Wochen vor dem 20. Jahrestag der Anschläge vom 11. September,  aufgeflogen, nachdem er im Darknet versuchte Handgranaten und eine Pistole zu kaufen. Er geriet an einen verdeckten Ermittler, der als Anbieter auftrat. Bei angesetzten Termin der Übergabe wurde er auf einem Parkplatz an der Kieler Straße festgenommen. Später hatte man in Jenfeld die Wohnung eines Verwandten entdeckt, die der 20-Jährige nutzte und in der alle Utensilien für den Bau einer Splitterbombe sichergestellt wurden. zv