Neugraben - Die Tat passierte bereits am 21. Januar. Zwei 15-Jährige schlugen und traten im P+R Parkhaus in Neugraben

auf einen Gleichaltrigen ein. Die Attacke war so schwer, dass der Jugendliche zeitweise das Bewußtsein verlor. Jetzt sitzt einer der als Angreifer ermittelten 15-Jährigen in Haft. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen.

Vergangenen Freitag hatten Polizisten die elterlichen Wohnungen des Hauptbeschuldigten in Neugraben und die seines Komplizen in Wilhelmsburg durchsucht. Dabei wurden laut Polizei Beweismittel sichergestellt. Zumindest der 15-Jährige aus Neugraben wird zum Umfeld der Gruppe Jugendlicher gezählt, die im vergangenen Jahr die Geschäftsleute im Neugrabener Kern durch Einbrüche terrorisiert hatten. Zum harten "harten Kern" soll er aber nicht gehören.

Am Nachmittag des 21. Januar soll er mit seinem Komplizen den Gleichaltrigen im Parkhaus in Neugraben angegriffen haben. "Der 15-Jährige erlitt Hämatome und Prellungen an Kopf und Oberkörper und war zwischenzeitlich offenbar auch bewusstlos", heißt es im Polizeibericht. Trotz der Verletzungen schleppte sich der Verprügelte nach Hause. Erst am Tag danach wurde Anzeige erstattet.

"Die ersten Ermittlungen wurden wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung zunächst beim Harburger Fachdezernat für Jugenddelikte geführt", so Polizeisprecher Florian Abbenseth.  Polizei und Staatsanwaltschaft kamen dabei allerdings zu der Annahme, dass die Tat aufgrund der gezeigten Brutalität auch als ein versuchtes Tötungsdelikt gewertet werden kann. Abbenseth: "Daraufhin wurden die Ermittlungen von der Mordkommission  übernommen."

Der Hintergrund der Auseinandersetzung soll ein Streit unter den Jugendlichen gewesen sein. Der 15-Jährige aus Neugraben wurde dabei festgenommen. Noch am Freitagnachmittag erließ ein Richter gegen den Jugendlichen Haftbefehl. zv