Harburg - Sami Musa, ehemaliges Mitglied der SPD-Bürgerschaftsfraktion aus Harburg, soll sein Mandat aufgeben. Das fordert Sören Schumacher, Bürgerschaftsabgeordneter der SPD aus Marmstorf. "Es kommt leider immer wieder vor, dass Mitglieder die Partei verlassen. Ich bedaure das, erwarte aber, dass er sein Mandat zurückgibt."

Das wird nicht passieren. "Ich werde mein Mandat weiter behalten", so Sami Musa gegenüber harburg-aktuell. Er wolle sich weiter politisch engagieren und "bürgernah" bleiben. "Es ist meine erste Legislaturperiode. Ich muss mich erst einmal orientieren, welche Möglichkeiten ich habe." Das es als fraktionsloser Abgeordneter schwieriger wird, sei ihm bewusst. "Wo die Reise hingeht, kann man noch nicht sagen", so Musa.

Musa war zunächst aus der SPD, der er seit 2009 angehörte, dann auch aus der Bürgerschaftsfraktion ausgetreten, in die er bei der letzten Wahl über die Landesliste eingezogen war. Der Austritt von Musa gibt innerhalb der SPD Rätsel auf. "Warum er die SPD verlassen hat, ist uns nicht bekannt", sagt ein Genosse.

Das lässt auch Musa im Dunkel. "Es hat verschiedene Gründe", sagt Musa. Details wolle er nicht nennen.

Überraschend kam der Austritt nicht. Bereits Ende März, so hieß es, habe Musa den Kreisvorstand darüber informiert, dass er die SPD verlassen wolle. Intern habe man sich darauf geeinigt, das Musa wartet, bis die Bundestagswahl vorüber ist.

Aber auch das hört man aus der SPD. Musa wollte zwischenzeitlich seinen Rücktritt rückgängig machen. Das habe aber der zuständige Ortsverein Eißendorf nach einer Anhörung abgelehnt. "Das ist richtig", sagt Musa. Zu dem Zeitpunkt habe er noch einen Rückzieher vom Rückzug machen wollen. "Ich war über zehn Jahre in der SPD. Sie ist Teil meines Lebens", so Musa. "Ich habe aber mittlerweile damit abgeschlossen."

Momentan sind beide Seiten zurückhaltend. Dazu passt, dass Musa nichts Genaues zu seinem Rückzug aus Partei und Fraktion sagen will. "Ich möchte, dass die Situation so friedlich wie möglich bleibt." Aber auch das sagt Musa: "Bei jeder Trennung gibt es meistens Gründe auf beiden Seiten." zv