Heimfeld - Nachdem der Logistikstandort in Neuland nicht kommt,

ist ein zweites großes Projekt im Bezirk Harburg geplatzt. Mercedes wird sein Werk in Bostelbek nicht erweitern. Geplant war dort ein Logistikzentrum.

Für die Erweiterung wären 21 Hektar Fläche, vorwiegend Moor, benötigt und aufbereitet worden. Das war umstritten, wurde aber wegen der Schaffung neuer Arbeitsplätze akzeptiert.

Laut Mercedes ist der Logistikstandort "bis auf weiteres" zurückgestellt. Damit lässt sich der Konzern ein Hintertürchen offen, ohne konkrete Zeitpläne nennen zu müssen.

Die Grünen fordern jetzt, dass die ökologisch wertvollen Moorflächen unter Naturschutz gestellt werden. Andreas Finkler, Kreischef der Grünen, sieht das als "mittelfristige Forderung" an. Denn unter Naturschutz gestellte Flächen könnten nicht mehr für eine Werkserweiterung genutzt werden.

"Wir wollen sehen wie es sich entwickelt", sagt Finkler auch mit Blick auf die Corona-Pandemie, die Zukunftspläne alle Art durcheinander gewirbelt hat. "„Wir haben der Einleitung des Bebauungsverfahren letztes Jahr nur zähneknirschend zugestimmt. Wenn mittelfristig nichts passiert, sollten die Flächen unter Naturschutz gestellt werden." Finkler hat dabei einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren im Auge.

Hintergrund ist, dass die Grünen verhindern wollen, dass die Flächen für andere Zwecke, als für das arbeitsplatzträchtige Logistkzentrum genutzt werden. "Wir wissen, dass das ein Drahtseilakt ist", sagt Finkler gerade zu diesem Fall. Einerseits wolle man kein "Arbeitsplatzvernichter", andererseits kein "Naturkiller" sein. zv