Harburg - Die Stiftung Kulturpalast soll den Rieckhof übernehmen. Damit würde das Harburgs Veranstaltungszentrum aus Harburger Hände gegeben. Die Stiftung betreibt den Kulturpalast in Billstedt.

Laut Verwaltung soll sich in dem umstrittenen Vergabeverfahren die Jury mehrheitlich für die Stiftung ausgesprochen haben. "Das Bezirksamt Harburg schließt sich", so heißt es in der Drucksache - 21-1392.07, "der Empfehlung der Jury vollumfänglich an".

Offiziell wurde mitgeteilt, dass zwölf der 14 stimmberechtigten Jurymitglieder für das Konzept des Kulturpalastes und lediglich zwei dagegen gestimmt haben. Das scheinbar eindeutige Ergebnis ist aber durch eine Art "Taschenspielertrick" zustande gekommen. Es ist das Ergebnis eine Folgeabstimmung, nachdem die Mehrzahl der Bewerber bereits ausgesiebt waren und statt fünf nur noch die beiden Bewerber zur Wahl standen.

Ohnehin hatten sich nur wenige, exakt fünf Bewerber für den Rieckhof gefunden. Dabei hatte die Verwaltung nicht nur eine öffentliche Ausschreibung durchgeführt, sondern auch rund 300 Institutionen angeschrieben. Die Resonanz lag damit bei nicht einmal zwei Prozent.

Für Verwunderung sorgt in Teilen der Politik auch, dass bereits jetzt "beabsichtigt, die Stiftung Kultur Palast aufzufordern, einen Zuwendungsantrag für eine Förderung des Betriebs des Bürgerhauses in Harburg ab dem 1. Juli 2022 zu stellen" und anderen Bewerbern bereits eine Absage gegeben hat. Dabei steht noch eine Sitzung des Kulturausschusses an, in dem "Einvernehmen" beschlossen werden soll.

Wie es mit dem Rieckhof weitergehen wird, ist unklar. Der bisherige Träger soll Ende Juni das Gebäude besenrein übergeben. Danach stehen umfangreiche Umbauarbeiten an. Ob die Elbewerkstätten die Gastronomie weiter betreiben werden, ist unklar. zv