Harburg - Das Bezirksamt hat die umstrittene Ausschreibung für eine neue Trägerschaft des Veranstaltungszentrums Rieckhof ergänzen müssen. Jetzt ist sie um den Passus erweitert: "Nach Abschluss des Interessenbekundungsverfahrens wird Einvernehmen mit der Bezirksversammlung hergestellt."

Nach Informationen von harburg-aktuell hatte es hinter den Kulissen bereits seit Monaten rumort, weil sich die Politik beim Thema Rieckhof übergangen gefühlt hatte. Die Verwaltung hatte keine Gelegenheit ausgelassen, um zu betonen, dass die Entscheidung in Sachen Rieckhof allein ihre Sache sei.

Als jetzt in der vergangenen Woche im Ausschuss bekannt wurde, dass der Text zum Ausschreibungsverfahren vor der Kenntnisnahme durch die Ausschussmitglieder veröffentlicht wurde und von der Politik eingeforderte Passagen fehlten, habe es nach Angaben eine Abgeordneten "richtig gekracht". Selbst von einer Einbestellung der Bezirksamtsleiterin bei der SPD war die Rede.

Die Grünen, sie gelten als "Drahtzieher" der Neuausschreibung, feiern die geplante Umwandlung des Rieckhofs in ein Bürgerhaus. „Es war an der Zeit, das Konzept des Rieckhofs zu überdenken und auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren", lassen die beiden Vorstandssprecherinnen Cornelia Bartsch und Ann-Kathrin Rückmann wissen.

Einen Vorgeschmack auf die an die "gesellschaftlichen Veränderungen" avisierte Neuausrichtung hat bereits ein "sorgsam" ausgewähltes Begleitgremium herausgearbeitet. Dabei kamen Ideen wie "Wärmestube" oder "Soliküche" heraus. Der Integrationsrat als einer der Beteiligten an der Runde, hat sich bereits von den Ergebnissen distanziert und die Pläne als "Utopie" eingeordnet. zv