Harburg - Die Verwaltung ist in Sachen Rieckhof auf dem "Holzweg". Das sagt Jörn Hansen, Geschäftsführer im Rieckhof, dem das Aus droht. Der Vertrag mit dem Trägerverein soll nach dem Willen der Verwaltung gekündigt, das Veranstaltungszentrum mehr Bürgerhaus und neu ausgeschrieben werden.

Bei harburg-aktuell hatte Sozialdezernentin Dr. Anke Jobmann die Pläne und das Vorgehen erklärt. Hansen hält dagegen. "Frau Jobmann ist der Auffassung, dass die Trägerschaft des Rieckhofs und die finanzielle Förderung in der Verfügungsgewalt der Harburger Bezirksverwaltung liegt", sagt Hansen. "Das bestreiten wir nachdrücklich. Wir werden diese Frage mit den zuständigen Stellen im Senat, wenn nötig auch juristisch klären."

Zudem weist Hansen darauf hin, dass der Rieckhof bereits die Kriterien eines Bürgerhauses mehr als nötig erfüllt. "Die aktuellen Förderrichtlinie Bürgerhäuser, in der aktuellen Version gültig ab 18. November vergangenen Jahres, haben wir gemeinsam mit den anderen als Bürgerhäuser subsumierten Einrichtungen mitgearbeitet", so Hansen. "Dort werden sieben Hauptziele formuliert. Mindestens eins dieser Ziele sollten die Einrichtungen erfüllen. Wir erfüllen nach unserer Einschätzung sechs dieser Ziele."

Ein Haus der Begegnungen, eines der Ziele der Verwaltung, sei man längst. In Nicht-Corona-Zeiten besuchten laut Hansen gut 100.000 Menschen im Jahr aus allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppenden Rieckhof. Hansen: "Wir bieten im Saal jährlich 200 Veranstaltungen an. In den nur sechs kleinen Gruppenräumen finden jedes Jahr etwa 1.000 Treffen statt."

Zudem bestreitet Hansen, dass seine Pensionierung ein Grund für die Neuausschreibung zu angestrebten Zeitpunkt sein könne. Dem Amt für Sozialraummanagement sei laut Hansen bereits vor vier Jahren mitgeteilt worden, dass er nach Erreichung seiner Regelaltergrenze am am 1. März kommenden Jahres auf der Grundlage des SGV 6 § 41, desTarifvertrages TV-AVH und der geltenden Rechtsprechung des EuGH noch etwa zwei Jahre weiterbeschäftigt werden wird. " Arbeitgeber ist unser Trägererein", so Hansen. "Eine Vollversammlung hat diese Personalplanung einstimmig bestätigt."

Zudem seien bislang noch keine Nägel mit Löpfen gemacht worden. In einer Sitzung am 28. April hatten im Rieckhof Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen, Dezernentin Dezernentin Dr. Anke Jobmann und Abteilungsleiterin Sonja Wichmann dem Vorstand des Trägervereins und ihm nur mündlich mitgeteilt, das wir ab Januar kommenden Jahres keinerlei Zuwendungen mehr erhalten werden.

"Wir baten um Verschriftlichung dieser Ansage", so Hansen. "Das wurde mit dem Hinweis abgelehnt, dass wir keinerlei Rechtsanspruch auf Förderung haben."

Auch das soll laut Hansen in der "Gesprächsrunde" gefallen sein.  In Harburg mache die Verwaltung in sachen Rieckhof, was sie wolle und dürfe das auch ohne Beteiligung von politischen Gremien. Das sei mit der Rechtsabteilung Harburg und ausdrücklich auch mit Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank und Kultursenator Carsten Brosda so abgestimmt.