Harburg - Die Verwaltung will den Betrieb des Veranstaltungszentrums Rieckhof offenbar neu vergeben. Bereits am Dienstag wurde nach Informationen von harburg-aktuell Geschäftsführer Jörn Hansen über entsprechende Bestrebungen informiert. Der Rieckhof wird gerade aufwendig für einen Millionenbetrag saniert.

Seit der Eröffnung des Rieckhofs 1984 ist der Trägerverein Freizeitzentrum Hamburg-Harburg e.V. Betreiber des Veranstaltungszentrums. Seitdem ist Jörn Hansen auch Geschäftsführer. Entsprechend überrascht war er, als er erfuhr, dass es eine Neuausschreibung geben soll. "Ich war wie vor den Kopf gestoßen", so Hansen. "Man fragt sich, was man falsch gemacht hat und wo die Ursache zu suchen ist. Aber angeblich soll alles immer sehr gut gelaufen sein."

Das Bezirksamt nennt die Sanierungsarbeiten, die ab Herbst 2021 anstehen, als Grund für die Neuvergabe. "Die für die Modernisierung vorhandenen Mittel aus dem Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramm HWSP müssen bis Ende 2022 ausgegeben und abgerechnet sein", so Dennis Imhäuser, Sprecher des Bezirksamtes. Das bedeute, dass auf den Rieckhof eine Phase des Umbaus zukommt. "In diese Phase fällt zudem der Ruhestand der Geschäftsführung und eines Mitarbeiters des Trägervereins", so Imhäuser. Aufgrund dieser Sachverhalte führe das Bezirksamt vertrauliche Gespräche mit dem Trägerverein über den gemeinsamen Umgang mit den Veränderungen. Nach Abschluss dieser Gesprächewürden Bezirksversammlung und Öffentlichkeit zeitnah informiert.

Richtig ist, dass Hansen ab März kommenden Jahres in Rente gehen könnte. "Es ist aber bekannt, dass ich länger bleiben will, schon um die Umbauarbeiten zu begleiten", so Hansen. Was für ihn unverständlich ist: Ihm sei eine Weiterbeschäftigung auf Hornorarbasis avisiert, um die Umbauarbeiten zu beenden. "Dafür würde ich so nicht zur Verfügung stehen", sagt Hansen.

Ohnehin scheint der Plan der Neuausschreibung mit "heißer Nadel" gestrickt zu sein. Der Vertrag mit dem Trägerverein soll eine Kündigungsfrist von eineinhalb Jahren beinhalten. Das müsste der Bezirk wissen.

"Der Plan der Verwaltung ist, gerade in der aktuellen Situation, völliger Unsinn und eine für Harburg typische Geschichte", sagt Ralf-Dieter Fischer, Fraktionschef der CDU. "Eine Neuvergabe in so einer Situation weckt den Eindruck, dass hier jemanden etwas zugeschanzt werden soll." Nach Fischers Informationen soll es entsprechende Verhandlungen geben. zv