140911GrundsteinHarburg –  Bei allen aktuellen Diskussionen über die Unterbringung von Flüchtlingen gerät Wichtiges leicht in Vergessenheit – unter anderem, dass Harburg ein

praller Wirtschaftsstandort mit Zukunft ist. Jüngstes Beispiel: Die WISAG Industrie Service Holding GmbH, einer der führenden deutschen Industriedienstleister, wird ab Mitte 2015 mit sechs ihrer Gesellschaften ins Gewerbegebiet Lewenwerder ziehen. Die BWHL GmbH, ein Unternehmen der Lorenz-Gruppe, baut direkt neben dem Containerdorf für Flüchtlinge ein Bürocenter mit angeschlossenen Lager- und Werkstatträumen. Heute ist dafür der Grundstein gelegt worden.

Bezirksamtsleiter Thomas Völsch war spürbar froh, sich „mal mit anderen Dingen zu beschäftigen“ und endlich mal wieder den Standort Harburg „mit seiner hervorragenden Infrastruktur und den erstklassigen Verkehrsanbindungen“ zu loben. Tatsächlich hat Projektentwickler Frank Lorenz einen dicken Fisch an Land gezogen. Der Bau des WISAG-Centers bringt nicht nur 300 neue Arbeitsplätze nach Harburg, er könnte auch zum Meilenstein für die Entwicklung des Gewerbegebiets Lewenwerder werden. Lange Zeit tat sich hier fast gar nichts, so dass die Fachbehörden nichts dagegen hatten, am Rand des Areals ein Containerdorf zu errichten. In den vergangenen Wochen war sogar von Plänen die Rede, die Unterkunft noch erheblich zu vergrößern. „Das ist jetzt vom Tisch“, sagte SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath am Rand der feierlichen Grundsteinlegung.

Während der Feier nutzte Frank Lorenz den kurzen Dienstweg und machte Bezirksbürgermeister Völsch auf eine Hürde aufmerksam, die den Weg zum WISAG-Center ein wenig schwerer macht: In Höhe des Autohauses sei die Zufahrt ungewöhnlich eng, ob man die Situation nicht mit Halteverboten entschärfen könne. Völsch versprach Abhilfe, wies allerdings darauf hin, dass dies allein in der Zuständigkeit der Polizei liege. Insider dürften bei diesem Thema genervt aufstöhnen: Die Gestaltung der Zufahrt war lange strittig – vor allem als man dem Autohaus eine Menge Stellplätze wegnahm und die ersten 50 Meter großzügig auszubauen, um dann zu einem Nadelöhr zu kommen, das die Passage für größere Lkw zur „mission impossible“ machen könnte. ag

Veröffentlicht 11. September 2014