131217BrueckenHarburg – Der Projektentwickler Frank Lorenz (Gesundheitsinsel, Marinas auf der Schlossinsel) hat den Stein ins Wasser geworfen: Im Neubaugebiet „Harburger Brücken“

fehlt ein Lebensmittelmarkt, wenn möglich sogar ein Vollsortimenter aus dem Hause Edeka, Rewe oder Tengelmann. Mit dieser beiläufigen Bemerkung in der Wirtschaftsbeilage des Buxtehuder Tageblatts könnte Lorenz eine Diskussion über Einzelhandel im Binnenhafen losgetreten haben.

Anlass für seine Bemerkung war die Einigung der Lorenz + Partner Projektentwicklungsgesellschaft GmbH mit der aurelis Real Estate GmbH & Co. KG über den Kauf eines 6573 Quadratmeter großen Grundstücks zwischen der neuen Theodor-Yorck-Straße und dem Östlichen Bahnhofskanal. Lorenz will hier zunächst ein Büro- und Geschäftshaus bauen – mit Platz für einen kleineren Lebensmittelmarkt und eine Drogerie. In seinem „Brückenquartier“ wäre aber noch mehr Platz. Lorenz würde hier gern ein Geschäfts- und Wohnhaus errichten. Und  dann sagt Lorenz: „Da im Binnenhafen immer mehr Wohnungen entstehen, wäre der nächste Schritt ein Lebensmittel-Vollsortimenter.“

Lorenz weiß, was er da gefordert hat: Ein Vollsortimenter bietet nicht wie ein Discounter à la Aldi, Lidl, Netto oder Penny nur bestimmte Marken an, sondern lockt mit wesentlich größerer Auswahl – für die Kunden sicher die attraktivere Variante, wenn sie beim Einkauf nicht auf jeden Cent kucken müssen.

Das Bezirksamt weiß noch nicht viel von diesen Plänen. „Es gab im Frühjahr zwar mal ein Gespräch“, sagt Sprecherin Bettina Maak. „Seitdem haben wir aber nichts mehr davon gehört.“  Auf Nachfrage lässt sie von höchster Stelle im Bauamt noch einmal mitteilen, dass im Binnenhafen nur kleinere Lebensmittelgeschäfte mit maximal 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und nur zur Deckung des täglichen Bedarfs zulässig seien. Ein Vollsortimenter braucht in der Regel mindestens die doppelte Verkaufsfläche.

Die Beschränkung auf einen relativ kleinen Markt macht zumindest aus Sicht der Stadtentwickler Sinn: Mit einem attraktiven Vollsortimenter im Binnenhafen würden die Bereiche Fußgängerzone, Harburg Arcaden und Wochenmarkt endgültig in die Zange genommen. Auf der einen Seite das Phoenix-Center, auf der anderen Seite der Binnenhafen mit mehreren Tausend Arbeitsplätzen und bald mehreren Hundert Wohnungen.

In den 90er-Jahren war das Gelände des ehemaligen Harburger Güterbahnhofs (jetzt: Harburger Brücken) sogar mal kurz als Standort für ein großes Einkaufszentrum der ECE im Gespräch. Damals´gab es noch keine Überlegungen zur Nutzung nicht mehr benötigter Industrieflächen der Phoenix-Gummiwerke als Einzelhandelsstandort. Mit Rücksicht auf die Harburger Innenstadt war der Standort Binnenhafen aber schnell wieder vom Tisch. ag